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Jimmy Carter: Misshandlung von Frauen ist die häufigste Menschenrechtsverletzung

Jimmy CarterDer ehemalige US-Präsident Jimmy Carter hat im gestrigen TED TALK eine sehr bewegende Rede gehalten und angeklagt, dass die Mißhandlung von Frauen weltweit die häufigste Menschenrechtsverletzung darstellt. Er hat viele Gründe genannt, den letzten in seinem abschließenden Fazit. „Generell“, so sagt er, „schert es die Männer einen Dreck.“

Die Menschenrechtsverletzungen, so führte Carter aus, fänden in der ganzen Welt statt – in den Industrienationen genauso wie in den Entwicklungsländern. Die Menschenrechtsverletzungen finden auf unterschiedliche Art und Weise statt. Er nannte:

  • Die Misinterpretation religiöser Schriften, in der Frauen in den Augen der göttlichen Instanzen nicht gleichberechtigt sind. Diese Interpretation adaptieren die Männer, da sie dadurch in ihren Positionen gestärkt werden. Frei nach dem Motto, wenn Gott Frauen nicht als gleichberechtigt ansieht, warum sollten wir es dann tun?
  • Die Zunahme von Gewalt weltweit, dessen Opfer auch immer häufiger Frauen und Kinder sind.
  • Genitalverstümmelungen von Mädchen und Frauen in vielen Ländern der Welt.
  • Ehrenmorde.
  • Sklaverei / Menschenhandel / Prostitution.
  • Lohn- und Gehaltsunterschiede zwischen Männern und Frauen und kein gleichberechtigter Zugang gleichwertiger Arbeit. Als Beispiel nannte der die Fortune 500 Unternehmen, von denen nur 23 einen weiblichen CEO haben.

Und sein letzter Punkt ist die bittere Pille: Männer schert es einen Dreck („In general, men don’t give a damn.“). Und diesen Punkt führt er sehr eindrucksvoll aus. Es sei nicht so, dass es der Mehrheit der Männer egal sei, dass Frauen misshandelt oder ungleich behandelt werden. Jedoch, so führt er aus, schweige die Mehrheit der Männer. Durch ihr Schweigen akzeptieren sie stillschweigend den Mißstand und stärken dadurch ihre privilegierte Position.

Was also ist zu tun? Auch hier hat er eine klare Antwort. Eine schweigende Mehrheit zum Aufschrei zu bewegen sei schwierig, so ist sich Carter sicher. Das Beste, was Frauen tun können sei, die eigenen Ehemänner, Söhne, Freunde, Kollegen davon zu überzeugen, dass wir dringend einen Wandel brauchen.

Frauen in den Industrienationen haben das Recht auf freie Meinungsäußerung, sie haben das Recht, aktiv zu werden, sie haben eine Verantwortung für sich selbst! Und Frauen haben in den Industrienationen mehr und mehr Einfluß. Carters Appell: Wir sollten diese Freiheit und unseren Einfluss zum Wohle aller nutzen!

Jimmy Carters Rede zum Anschauen gibt es hier:

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Autor: Melanie Vogel - Futability®

Melanie Vogel, dreifache Innovationspreisträgerin, ist seit 1998 passionierte Unternehmerin. Futability®, Innovation und Leadership sind ihre Kernthemen, die sie nicht nur als Dozentin an der Universität zu Köln unterrichtet, sondern auch in Vorträgen, Keynotes, Webinaren und Seminaren mit Unternehmern und Führungskräften teilt. Das von ihr entwickelte und preisgekrönte "Futability®-Konzept" ist ihre Antwort auf die VUCA-Welt – eine Welt dauerhafter und radikaler Veränderungen. Melanie Vogel ist außerdem Initiatorin der women&work, Europas Leitmesse für Frauen, der 2012 mit dem Innovationspreis „Land der Ideen“ in der Kategorie Wirtschaft ausgezeichnet wurde. www.melanie-vogel.com

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