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Frauen in Tanzania – ein Erfahrungsbericht | #WomenWorldWide

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Frauen in TanzaniaDas Schwerpunktthema der kommenden women&work lautet „www – Women World-Wide“. Eine, die selbst eine „World-Wide Woman“ ist, berichtet von ihren Erfahrungen in Tanzania und davon, wie Frauen dort leben. Elke Dieterich ist Inhaberin und Geschäftsführerin von Manager für Menschen®, einer Agentur, die BeraterInnen auf Zeit für soziale Projekte im In- und Ausland vermittelt. Sie ist selbst gerade als Beraterin auf Zeit in Tanzania. Am 5. November von 18-19 Uhr erzählt sie in einem kostenfreien women&work-Webinar, wie eine solche „Auszeit als Chance“ genutzt werden kann. Und hier kommt ihr Bericht – live aus Tanzania!

„Seit 2009 bin ich immer wieder in Tanzania, um in Projekten der Entwicklungszusammen-arbeit zu beraten und zu coachen. Die Faszination für Land und Menschen und insbesondere auch für die Frauen lässt mich seither nicht mehr los.
Tanzania gehört zu den 25 ärmsten Ländern der Welt. Mit rund 950.000 km² ist das Land fast dreimal so groß wie Deutschland, hat aber nur halb so viele Einwohner. 51% Prozent davon sind Frauen, deren Rolle noch immer stark konservativ geprägt ist. In den vergangenen Jahren hat Tanzania zwar eine rasante Entwicklung durchlaufen, muss aber nun versuchen, den Spagat zwischen Tradition und Bewahrung alter Werte, sowie Moderne und Fortschritt zu bewerkstelligen.

Frauen arbeiten mehr als Männer, werden aber weniger bezahlt
„Auf der ganzen Welt übernehmen Frauen 2/3 der Arbeit, bekommen 10% des Welteinkommens und besitzen 1% Eigentum.“, so der informelle Slogan der UN Dekade der Frau (1976-1985). 30 Jahre später hat sich in Tanzania scheinbar nicht viel verändert. Eine Studie einer lokalen Organisation (TOAM) bestätigt, dass Frauen täglich bis zu 11 Stunden arbeiten, 4 Stunden mehr als tanzanische Männer. Sie kümmern sich um Haushalt, Landwirtschaft und um die Versorgung der Kinder. Mehrere Stunden Fußmarsch, um Feuerholz zu sammeln oder den täglichen Wasserbedarf zu sichern, sind da keine Seltenheit. Und der Klimawandel trägt nicht gerade zu einer Verbesserung der Situation bei. Verdienen Frauen zusätzlich selbst Geld, dann können sie oft nicht frei darüber verfügen, oder das wenige Geld, das zur Verfügung steht, wird vom Partner in Alkohol umgesetzt.

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Gewalt ist an der Tagesordnung
In Tanzania leiden Frauen zum Teil noch immer unter alten Traditionen wie Zwangsverheiratung und Unterdrückung. Auch häusliche Gewalt ist keine Seltenheit.
Laut einer in Dar-es-Salaam durchgeführten Untersuchung glauben mindestens 54% der Frauen und 38% der Männer zwischen 15 und 49 Jahren, dass Männer das Recht haben, ihre Ehefrau zu schlagen und viele von ihnen haben bereits physische Gewalt von Seiten des Partners erlitten. Noch immer haben viele Frauen in der Gesellschaft Tanzanias keine Stimme. Sie dienen als Hülle für die Befriedigung männlicher Sexualbedürfnisse. Respekt wird den Frauen oft erst im Alter gezollt.

Bildung als Schlüssel zur Gleichberechtigung.
Ist die Grundschulausbildung noch kostenlos, so müssen Eltern für weiterführende Schulen selbst aufkommen. Wenn es um den Schulbesuch geht, fällt insbesondere auf dem Land  dann die Wahl auf die Söhne. Mädchen hingegen müssen auf den Feldern und im Haushalt helfen oder sich gar um die jüngeren Geschwister kümmern. Obwohl sie in der Regel härter arbeiten, lernen wollen und vor allen Dingen ihr Wissen auch an andere weitergeben.
Der geringe Bildungsstand der Frauen und natürlich auch die geringe Akzeptanz von Verhütungsmitteln führt dazu, dass die Hälfte aller Frauen mit 19 Jahren schon ein Kind haben oder gar verheiratet sind. Eine Gleichberechtigung zwischen Frau und Mann kann also nur durch Bildung erreicht werden. Denn Bildung ermöglicht den Frauen ein weitestgehend selbstbestimmtes Leben und vielleicht sogar die Entscheidung für eine Karriere.

Dennoch, Frauen sind die Macherinnen in Tanzania
Während die Männer im Rampenlicht stehen, halten die Frauen die Zügel in der Hand. Sie sind diejenigen, die sich um das Wohl der Familie und der Gesellschaft kümmern. Trotz der immensen Arbeitsbelastung engagieren Frauen sich in der Kirche oder leiten kleine NGOs. Denn es ist eine Möglichkeit, neue Fähigkeiten zu erwerben, oder aber auch um in Führungspositionen aufzusteigen. Den Frauenanteil in Unternehmen gilt es noch zu regulieren. In der Politik gibt es jedoch bereits eine Frauenquote und so steigt seit 2005 die Anzahl der Frauen in der Politik oder anderen Entscheidungsgremien. Frauen sind die Macher in Tanzania und immer mehr trauen sich und kämpfen für ihre Rechte. Ein Paradebeispiel ist Asha-Rose Migiro, Juristin und Politikerin, die VN-Sondergesandte für HIV/AIDS in Afrika ist und von 2007 bis 2012 Stellvertreterin des UN-Generalsekretärs Ban Ki Moon war. Sie engagiert sich erfolgreich im Kampf um die Rechte der Frauen, um Pressefreiheit und in Fragen der Flucht von Afrikanern nach Europa.

Elke2

 

Gemeinsam auf dem Weg in die Zukunft
In meinen Projekteinsätzen halte ich mich zumeist an die Frauen, denn auf sie kann ich mich verlassen. Sie wollen lernen und sie wollen Verantwortung übernehmen. Der gegenseitige Wissenstransfer ist eine meiner Aufgaben hier. Viel wichtiger jedoch ist, dass ich versuche das Selbstvertrauen der Frauen zu stärken und ihnen aufzeige, was sie können und leisten. Und dass sie darauf, was sie bereits gemeinsam erreicht haben, mehr als stolz sein können.

Denn: Pamoja tunaweza!

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Autor: Melanie Vogel - Futability®

Melanie Vogel, zweifache Innovationspreisträgerin, ist seit fast 20 Jahren passionierte Unternehmerin. Futability®, Innovation und Leadership sind ihre Kernthemen, die sie nicht nur als Dozentin an der Universität zu Köln unterrichtet, sondern auch in Vorträgen, Keynotes, Webinaren und Seminaren mit Unternehmern und Führungskräften teilt. Das von ihr entwickelte "Futability®-Konzept" ist ihre Antwort auf die VUCA-Welt – eine Welt dauerhafter und radikaler Veränderungen. Ihr mit dem NiBB Innovationspreis ausgezeichnetes Buch „Futability® - Veränderungen und Transformationen bewältigen und selbstbestimmt gestalten“ ist im Februar 2016 erschienen und kann online bestellt werden unter www.futability.com. Ihr zweites Buch „Raus aus dem Mikromanagement“ ist seit Februar 2017 unter www.mikro.management erhältlich. Melanie Vogel ist außerdem Initiatorin der women&work, Europas größtem Messe-Kongress für Frauen, der 2012 mit dem Innovationspreis „Land der Ideen“ in der Kategorie Wirtschaft ausgezeichnet wurde. www.melanie-vogel.com

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