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[Blogparade] #Nein sagen und selbstbestimmt glücklich werden

GrenzeNein ist ein ganzer Satz“. Diesen Satz hörte ich vor einigen Wochen von Claudia Kimich, Verhandlungsexpertin. „Nein ist ein ganzer Satz“ – genial einfach und einfach genial. Kürzer und prägnanter kann man das Grenzen-Ziehen wohl nicht deutlich machen. Nein zu sagen und Grenzen zu setzen ist für ein erfolgreiches (Berufs-)Leben elementar.

Und doch ist das Nein-Sagen für viele Menschen eine der größten Herausforderungen überhaupt. Denn mit einem „Nein“ ist oft Enttäuschung verbunden. Eine Ent-Täuschung in Bezug auf unseren Gegenüber, denn wir haben von ihm oder ihr vielleicht ein anderes Verhalten oder eine andere Antwort erwartet. Die Ent-Täuschung, die wir spüren, glauben wir auch in unserem Gegenüber auszulösen, wenn wir Nein sagen. Je empathischer wir sind, umso eher neigen wir dazu, den Schmerz, den ein Nein auslösen kann, bei anderen verhindern zu wollen.

Doch es gibt noch andere Gründe, warum wir nicht Nein sagen:

  • Wir nehmen Rücksicht auf andere – und vergessen dabei, Rücksicht auf uns selbst zu nehmen.
  • Wir haben Angst vor Konflikten, denn ein Nein trägt immer die „Gefahr“ von Gegenwehr bei unserem Gegenüber in sich.
  • Uns fehlen klare Ziele und Visionen. Mit einem „Ja“ passen wir uns einfach den Zielen und Visionen anderer an. Ein „Nein“ würde bedeuten, wir müssten uns mit unseren fehlenden Zielen und Visionen erst einmal auseinander setzen.

Es gibt aber noch einen weiteren Grund, warum ein „Nein“ elementar ist. Ein „Nein“ sollten wir immer dann aussprechen, wenn unsere eigenen Werte in Gefahr geraten.

Stellen Sie sich vor, Ihnen wäre z.B. wichtig, dass Sie mit Menschen zu tun haben, die ihre Mitmenschen respektvoll behandeln, dann sollte Sie „Nein“ sagen zu genau den Menschen, denen Respekt im wahrsten Sinne des Wortes fremd ist. Bei diesen Menschen kann Respektlosigkeit erwartet werden. In der Folge sind Grenzübertretungen sehr wahrscheinlich. Und diese Grenzübertretungen betreffen dann direkt Ihren eigenen Werte-Kanon. Die Chancen sind groß, dass respektvoll handelnde Menschen mit respektlosen Menschen in Konflikt geraten.

Ein Nachgeben würde bedeuten, den eigenen hohen Wert des respektvollen Umgangs zu negieren. Probieren Sie das mal aus – es wird nicht funktionieren. Ignorieren wir nämlich unsere eigenen Werte oder handeln wir ihnen zuwider, macht uns das zutiefst unglücklich und unzufrieden.

Also bleibt nur die Möglichkeit, respektlosen Menschen auszuweichen (und das ist nicht immer möglich) oder ihnen klare Grenzen zu setzen und ein „Nein“ auszusprechen.

Ein „Nein“ wird an dieser Stelle elementar für das eigene Wohl- und Glücksempfinden, denn immer dann, wenn unsere persönlichen Werte verletzt werden, müssen wir eine Grenze ziehen, um uns selbst zu schützen und um unser Selbstwertgefühl zu wahren.

[Dieser Artikel ist ein Beitrag zur Blogparade „Nein sagen und selbstbestimmt glücklich werden„.]

Autor: Melanie Vogel - Futability®

Melanie Vogel, dreifach ausgezeichnete Innovatorin, ist seit 1998 passionierte Unternehmerin. Das von ihr entwickelte und preisgekrönte "Futability®-Konzept" ist ihre Antwort auf VUCA – eine Welt radikaler Veränderungen. Als VUCA-Expertin macht sie Menschen fit für eine Welt dauerhaften Wandels und sorgt für eine mentale Frischzellenkur. Als Business-Vordenkerin und Innovation-Coach begleitet sie bei ganzheitlichen Unternehmenstransformationen. Die mehrfache Buchautorin ist Mitglied der Arbeitsgruppe "Hochschulbildung für das digitale Zeitalter im europäischen Kontext", initiiert vom "Hochschulforum Digitalisierung" der Hochschulrektorenkonferenz (HRK). Außerdem schreibt sie regelmäßig als Fachautorin für die Publikationen "PersonalEntwickeln" (Deutscher Wirtschaftsdienst) und "Grundlagen der Weiterbildung" (Luchterhand-Verlag). Melanie Vogel ist eine echte Spezialistin für inspirierende Impulse. Ihre "VogelPerspektiven" bestechen durch Klarheit und Leichtigkeit.

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