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Interview: „Frau und Mann – ein Team mit gleichen Chancen?“

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ChancengleichFranziska Beckers ist berufstätige Mutter von vier Kindern. In ihrem Buch bietet sie einen historischen und aktuellen Überblick zu den Themen „Frauenförderung“ und „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“. Sie schildert dazu ihre eigenen Erfahrungen und führt Interviews mit Personen aus den Bereichen Erziehung, Wirtschaft und Politik. Es ist ein Plädoyer für die Familie und für das erfolgreiche Team „Frau und Mann“. Ein Exemplar ihres Buches gibt es heute auch zu gewinnen.

NAME: Franziska Beckers (Pseudonym)
BERUF: Bankkauffrau

Frau Beckers, Sie haben ein Buch geschrieben über die Chancengleichheit von Männern und Frauen. Wie ist es denn aktuell um die Chancengleichheit in Deutschland bestellt?
Nach wie vor sind die Frauen zuständig für Erziehung und Pflege von Familienangehörigen, wodurch sie beruflich und mit Blick auf die Rente Einbußen hinnehmen müssen. Mit steigender Zahl der Kinder wird die Rückkehr in den Beruf schwieriger.
Bei der Betreuungssituation ist in den letzten Jahren sicherlich viel getan worden, wobei die betreuungsintensivsten Zeiten bei weitem noch nicht abgedeckt sind. Dass sich Väter inzwischen auch einige Monate in Vollzeit um ihre Kinder kümmern, ist eine sehr schöne Entwicklung, aber nur ein kleiner Baustein hin zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Lebensphasenabhängige Personalentwicklung sollte mehr in den Fokus der Personalverantwortlichen rücken. Teilzeitarbeit sollte besser wertgeschätzt und nicht zur Sackgasse werden. Außerdem sollte diese auf allen Gehaltsebenen angeboten werden.
Eine Interviewpartnerin sagte einmal zu mir: „Bezahltes Ehrenamt ist in Männerhand und unbezahltes Ehrenamt ist in Frauenhand.“ Zudem sind immer noch die höheren Gehaltsebenen  überwiegend von Männern dominiert. Es ist schade, dass es einer Quote bedarf, um im Management bei der Besetzung von Führungspositionen ein Umdenken zu bewirken.

In den letzten 100 Jahren sind Frauen weit gekommen. Was sind denn Ihrer Meinung nach die größten „Errungenschaften“, die Frauen den Weg in die Gleichberechtigung geebnet haben?
Dazu gehören sicherlich das Wahlrecht für Frauen und die freie Berufswahl für Ehefrauen. Marie Curie ist für mich eine bahnbrechende Frau, denn sie hat bewiesen, dass Naturwissenschaften sowohl für Männer als auch für Frauen eine Hochleistungsdisziplin ist. Deshalb sollten viel mehr weibliche Nachwuchskräfte in die MINT-Berufe einsteigen, was z.B. in der ehemaligen DDR Normalität war. (MINT: Mathematik/Informatik/Naturwissenschaft/Technik).

Gleichberechtigung wird häufig auch durch Role-Models vorgelebt. Wer sind für Sie die drei wichtigsten weiblichen Vorbilder und warum?

  1. Hermine Häusler-Edenhuizen (1872-1955): Als erste deutsche Frauenärztin wurde sie zum Vorbild für viele Medizinerinnen nach ihr. Für mich ist sie ein großes Vorbild, weil sie es geschafft hat, einen bis dahin für Männer vorbehaltenen Beruf zu ergreifen und dabei auch noch mit ihren Forschungen dazu beigetragen hat, die Sterblichkeitsrate junger Mütter im Kindbett entscheidend zu reduzieren.
  2. Berta von Suttner (1843-1914): Sie ist für mich ein glänzendes Beispiel für eine erfolgreiche Zusammenarbeit von Mann und Frau. Sie wurde zur Mitarbeiterin von Alfred Nobel und hat ihn dazu angeregt, den Nobel-Preis auch für wichtige Forschungsergebnisse im Bereich der Arbeit für den Frieden auszuloben.
  3. Sheryl Sandberg (geb. 1969): Mit ihrem Buch „Lean in“ hat sie mich sehr inspiriert und mir wichtige Impulse für mein Buch und mein Leben gegeben.

Sie sind selbst Mutter von vier Kindern und haben eine 10jährige Familienzeit genommen. Was waren Ihre größten Hürden beim Wiedereinstieg?
Meine größte Hürde war das fehlende Angebot an adäquaten Teilzeitstellen. Leider sind solche Stellen hauptsächlich im Niedriglohnsektor zu finden.

Welche Tipps geben Sie jungen Frauen, die ihre Familienplanung noch vor sich haben?
Diese Tipps können Interessierte gerne in meinem Buch nachlesen.

Worauf sollten sie achten, wenn sie Beruf und Familie vereinbaren wollen?
Ich sollte mit meinem Partner klar besprechen, wer welche Aufgaben bei der Erziehung und Versorgung der Kinder übernimmt und wie die berufliche Weiterentwicklung für beide Partner aussehen soll.

Wenn Sie drei Wünsche frei hätten, was würden Sie sich von Seiten der Politik wünschen, damit das Thema Gleichberechtigung von Männern und Frauen weiter vorangetrieben wird?
Die Politik ist nur ein Teilbereich, in dem Handlungsbedarf besteht. Aber da würde ich mich dem Auftrag des UN-Generalsekretärs Ban Ki-Moon anschließen, der im Bericht der Vereinten Nationen vom Februar 2010 Folgendes fordert: „Formen für eine bessere Anerkennung unbezahlter Arbeit zu finden und die Lebensverläufe von Frauen in der politischen Arbeit besonders zu berücksichtigen“. Ich denke, dass dies ein klarer Auftrag an die Politik ist, der dringend weiterbearbeitet werden sollte, denn Frauen mit einem großen Anteil von unbezahlter Arbeit im Lebenslauf steuern auf ein Rentendasein in Armut zu, obwohl sie mit der Kindererziehung und/oder Pflegearbeit einen wesentlichen Beitrag für die Gesellschaft leisten bzw. geleistet haben.

Und zum Schluss noch ein kleines Spiel. Ich sage Ihnen ein Schlagwort und Sie sagen mir, was Ihnen als erstes dazu durch den Kopf geht:

  • Karriere: Erfolg
  • Führung: gleichberechtigte Teilhabe von Männern und Frauen an Führungspositionen
  • Erfolg: Weiterentwicklung
  • Macht: „Willst Du den Charakter eines Menschen erkennen, so gib ihm Macht.“ Abraham Lincoln
  • Scheitern: gehört zur Weiterentwicklung dazu
  • Quote: wenn es sein muss
  • Geld: ist nicht das Wichtigste
  • Industrie 4.0: Veränderungen sind Chancen

 

Das Buch:

Frau-MannFranziska Beckers
Frau und Mann. Team mit gleichen Chancen?

Verlag: LITTERA-Verlag
ISBN-13: 978-3981586732

> Buch bestellen

 

 

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Autor: Melanie Vogel - Futability®

Melanie Vogel, zweifache Innovationspreisträgerin, ist seit fast 20 Jahren passionierte Unternehmerin. Futability®, Innovation und Leadership sind ihre Kernthemen, die sie nicht nur als Dozentin an der Universität zu Köln unterrichtet, sondern auch in Vorträgen, Keynotes, Webinaren und Seminaren mit Unternehmern und Führungskräften teilt. Das von ihr entwickelte "Futability®-Konzept" ist ihre Antwort auf die VUCA-Welt – eine Welt dauerhafter und radikaler Veränderungen. Ihr mit dem NiBB Innovationspreis ausgezeichnetes Buch „Futability® - Veränderungen und Transformationen bewältigen und selbstbestimmt gestalten“ ist im Februar 2016 erschienen und kann online bestellt werden unter www.futability.com. Ihr zweites Buch „Raus aus dem Mikromanagement“ ist seit Februar 2017 unter www.mikro.management erhältlich. Melanie Vogel ist außerdem Initiatorin der women&work, Europas größtem Messe-Kongress für Frauen, der 2012 mit dem Innovationspreis „Land der Ideen“ in der Kategorie Wirtschaft ausgezeichnet wurde. www.melanie-vogel.com

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