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Interview: „Möbel-Hacking“ | #womenwork_StartUp

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LimmalandIm Rahmen unserer #womenwork_StartUp-Rubrik stellen wir Gründerinnen vor, die sich mit innovativen Ideen und Geschäftskonzepten vor kurzem selbständig gemacht haben oder gerade dabei sind, zu gründen. Die heutige StartUp-Geschichte hat echtes „Schweden-Feeling“. Warum? Das könnt Ihr in diesem Interview lesen 😉

NAME: Stefanie Gärtner & Rabea Knippscheer
BERUF: Gründerinnen und Geschäftsführerinnen von Limmaland
Unsere Webseite: www.limmaland.com

Stefanie, Du und Deine Geschäftspartnerin, Rabea Knipscheer, habt Ende August 2014 Euer Unternehmen Limmaland gegründet. Als begeisterter Astrid Lindgren-Fan habe ich sofort die Assoziation „Bullerbü“ im Kopf gehabt. Und mit Schweden habt Ihr indirekt auch zu tun, oder?
Ja, das stimmt. Unser Name hat tatsächlichen einen schwedischen Ursprung, denn „limma“ ist das schwedische Wort für „kleben“. Auf der Suche nach einem Namen für unsere Geschäftsidee, der Assoziationen an schöne Kinderwelten hervorruft, passte das perfekt und der Namen LIMMALAND war geboren.

Wie seid Ihr auf die Idee Eures Unternehmens gekommen?
Rabea: Die Idee zu Limmaland ist nicht geplant gewesen. Durch Zufall sind wir 2013 im Internet darüber gestolpert, wie viele Menschen IKEA-Möbel „hacken“, also verändern oder erweitern. Von den kreativen Spiellösungen, die Eltern für Kinder mit IKEA-Zubehör basteln, waren wir besonders fasziniert. Unglaublich welche tollen Ideen und Projekte präsentiert werden, die aber viele Stunden Zeit im Hobbykeller bedeuten. Viele Eltern in diesen Foren bedauern solche Projekte nicht selbst umsetzen zu können, weil handwerkliches Geschick, Kreativität und vor allem Zeit fehlen.
Damit war unsere Idee geboren „Do-it-Yourself Pakete“ anzubieten, mit denen wirklich jeder zum IKEA Hacker für Spielmöbel werden kann.

Wie sahen Eure ersten Umsetzungsschritte aus?
Stefanie: Unsere Produktidee wurde an einem regnerischen Nachmittag in Köln geboren und wir konnten von da an praktisch nicht mehr aufhören zu recherchieren und tauchten immer mehr in das Thema ein. Immer neue Produktideen entstanden. Eine Veranstaltung der Gründerwoche Deutschland gab uns den nächsten Schub alles einmal richtig durchzukalkulieren und auf Papier zu bringen, so waren die ersten Grundzüge eines Businessplans schnell entworfen. All dies  löste einen ungemeinen Flow und Energieschub aus.

Dabei lief nicht immer alles glatt. Welche Rückschläge musstet Ihr einstecken und wie seid Ihr damit umgegangen?
Rabea: Auf der Suche nach Produktionspartnern und geeigneten Materialien hatten wir tiefe Rückschläge. Die Suche und Auswahl war schwieriger und langwieriger als gedacht, da wir uns mit vielen Formalien und Sicherheitsvorschriften beim Thema Spielzeug auseinander setzen mussten. Außerdem war es nicht einfach einen Produktionspartner zu finden, der bereit war mit kleinen Stückzahlen ein gemeinsames Geschäft zu beginnen. Die Rückschläge im gesamten Prozess haben uns sehr gefordert, letztlich aber noch viel stärker gemacht. Wir bauten immer mehr eigene Expertise im Druck- und Foliengeschäft auf und beraten heute sogar andere kleine Start-Ups und Gründer zum Thema Kindersicherheit.
Aus dieser schwierigen Anfangszeit haben wir für uns gelernt, dass Krisen und Hindernisse zum Unternehmeralltag dazu gehören. Wir vertrauen heute immer mehr darauf, dass wir in schwierigen Situationen neue Lösungen finden, mit denen wir später sogar gestärkt unseren Weg machen.

Kooperiert Ihr mit IKEA oder wie kommt Ihr an Eure Kundschaft?
Stefanie: Nein, mit IKEA kooperieren wir nicht direkt. Unsere Kunden finden uns im Netz über viele verschiedene Kanäle. Mittlerweile sehr beliebt ist unser Limmaland-Blog, in dem wir jede Woche neue Ideen, IKEA Hacks und Trends vorstellen. Mit redaktionellen Beiträgen gewinnen wir täglich neue Fans in sozialen Netzwerken und freuen uns über viele Weiterempfehlungen von Kunden und Fans. Daneben stecken wir aber auch viel Energie in ein professionelles Suchmaschinenmarketing und in die kontinuierliche Pressearbeit.

2015 habt Ihr den Gründerpreis der Stadt Köln gewonnen. Was hat sich für Euch seitdem geändert?
Rabea: Der Preis war ein Riesenmotivationsschub für uns und bestätigte uns mit dem Feedback der Expertenjury darin den richtigen Weg eingeschlagen zu haben. Einige spannende neue Kontakte haben sich aus dem Preis und Netzwerk der Wirtschaftsjunioren bereits ergeben, dafür sind wir sehr dankbar.

Und was sind Eure Pläne für die Zukunft?
Stefanie: Wir glauben fest an das Marktpotential für unsere Idee, die verschiedene Trends wie Do-it-Yourself und Individualisierung aufgreift und dabei auf eine etablierte und beliebte Marke wie IKEA setzt. So wollen wir „Limmaland“ als Marke im Bereich Spielmöbel und Spielideen für Kinder fest etablieren und unser Geschäft nach und nach ausbauen. Limmaland steht dabei weiter für herausragende Qualität und Kindersicherheit der Produkte. Von unserem Büro in Köln aus wollen wir mit einem weiter wachsenden Team aus Designern und Marketing- und Vertriebsspezialisten arbeiten und freuen uns schon darauf unsere nächsten Ideen in Angriff nehmen zu können.

Und zum Schluss noch ein kleines Spiel. Ich sage Euch ein Schlagwort und Ihr sagt mir, was Euch als erstes dazu durch den Kopf geht:

  • Karriere: Interpretieren wir nicht im üblichen Sinne. Die Selbstständigkeit an sich ist für uns Karriere!
  • Führung: Im Großkonzern war dies nicht unser Wunsch. Im eigenen Unternehmen macht es Spaß!
  • Erfolg: Das unsere Idee so super ankommt beim Kunden ist der größte Erfolg für uns!
  • Macht: Ein bisschen Macht schadet nicht. Vor allem wenn man nichts Böses im Sinn hat, sondern nur Gutes!
  • Scheitern: Sehen wir als Lektion, die zum Leben dazu gehört und nicht verurteilt werden sollte.
  • Quote: Die Frauenquote in der Startup-Szene sollte höher sein!
  • Geld: Wir brauchen nur so viel wie wir für ein normales Leben ohne TamTam brauchen.
  • Industrie 4.0: Wird auch unser Geschäft noch weiter verändern und treiben.

 

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Habt Ihr auch gegründet oder seid Ihr gerade im Gründungsprozess?
Dann schreibt uns an presse [at] womenandwork.de und überzeugt uns! Unter der Rubrik „#womenwork_StartUp“ wollen wir innovative Gründungsideen von Frauen vorstellen.

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Autor: Melanie Vogel - Futability®

Melanie Vogel, zweifache Innovationspreisträgerin, ist seit fast 20 Jahren passionierte Unternehmerin. Futability®, Innovation und Leadership sind ihre Kernthemen, die sie nicht nur als Dozentin an der Universität zu Köln unterrichtet, sondern auch in Vorträgen, Keynotes, Webinaren und Seminaren mit Unternehmern und Führungskräften teilt. Das von ihr entwickelte "Futability®-Konzept" ist ihre Antwort auf die VUCA-Welt – eine Welt dauerhafter und radikaler Veränderungen. Ihr mit dem NiBB Innovationspreis ausgezeichnetes Buch „Futability® - Veränderungen und Transformationen bewältigen und selbstbestimmt gestalten“ ist im Februar 2016 erschienen und kann online bestellt werden unter www.futability.com. Ihr zweites Buch „Raus aus dem Mikromanagement“ ist seit Februar 2017 unter www.mikro.management erhältlich. Melanie Vogel ist außerdem Initiatorin der women&work, Europas größtem Messe-Kongress für Frauen, der 2012 mit dem Innovationspreis „Land der Ideen“ in der Kategorie Wirtschaft ausgezeichnet wurde. www.melanie-vogel.com

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