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Interview: Frauen „hacken“ ihren Verstand | #NLP

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NLPNach einem Workshop für Frauen zum Einsatz der Persönlichkeit als beruflicher Erfolgsfaktor war den beiden erfahrenen Trainerinnen Isabel Ihm (“ihmotion“) und Katrin Klauer klar: Sie wollen eine qualifizierte Ausbildung nur für Frauen anbieten, um Frauen persönlich und im Beruf ganz in ihre Kraft zu bringen. Als Lehrtrainerin und Trainerin für Neuro-Linguistisches Programmieren (NLP) war die Richtung schnell gefunden. Umso größer war das Erstaunen bei Ihm und Klauer, als sie beim Googeln des Stichwortes „NLP für Frauen“ nur Angebote für Männer fanden. Darin ging es schlicht einfach darum, Frauen mit NLP erfolgreich zu verführen.

Sie bieten ab September 2016 in Wiesbaden eine Ausbildung zum NLP-Practitioner nur für Frauen an. Wie sind Sie auf eine Ausbildung nur für Frauen gekommen?

Katrin Klauer: Durch meine alltägliche Arbeit im Weiterbildungssektor für Frauen wusste ich, dass es bisher keine NLP-Ausbildung gibt, die sich ausschließlich an Frauen richtet. Nach einem Workshop mit Isabel Ihm als Trainerin und der energetisierenden Stimmung, die eine Frauengruppe mit sich bringt, habe ich Isabel darauf angesprochen.

Isabel Ihm: Ich war sofort von der Idee begeistert, konnte jedoch nicht glauben, dass es so etwas bisher nicht gibt. Also habe ich im Internet „gegoogelt“. Was ich dort an Suchergebnissen gefunden habe, hat mich überrascht: Nicht nur, dass es bisher kein NLP nur für Frauen gibt. Es fanden sich ausschließlich Angebote, wie man Frauen mit NLP „willenlos machen“ oder ihren „Verstand hacken“ könne. NLP wird regelmäßig durch zweifelhafte Angebote und einige schwarze Schafe in Verruf gebracht. Bei solchen Suchergebnissen nachvollziehbar, denn diese Motive sind geringschätzend gegenüber Frauen, da braucht es dringend etwas Konstruktives.

Wieso braucht es eine Ausbildung, in der Frauen unter sich sind?

Klauer: Studien belegen seit langem, dass jede dritte Frau Weiterbildungsangebote wünscht, die sich nur an Frauen richten. Wenn Frauen unter sich sind, entsteht – nach dem ersten Beschnuppern – eine besonders vertrauensvolle Atmosphäre. Dieser geschützte Rahmen unterstützt sie, mit mehr Mut ihre persönlichen Stärken zu entwickeln. Das Angebot ist bislang jedoch noch sehr eingeschränkt. Dabei sind rund zwei Drittel aller berufstätigen Frauen bereit, in die Steigerung ihrer persönlichen und sozial-kommunikativen Kompetenzen zu investieren.

Ihm: Wenn Frauen unter sich sind, entsteht – nach dem ersten Beschnuppern – eine besonders vertrauensvolle Atmosphäre.Da liegt es nahe, auch hier eine anerkannte Weiterbildung mit den Themenbereichen Kommunikation und Wahrnehmung nur für Frauen anzubieten.

Wäre dann eine Ausbildung nur für Männer aus Ihrer Sicht ebenso sinnvoll?

Klauer: Wir wären begeistert, wenn auch Männer Angebote mit männerspezifischen Aspekten anbieten würden. Die Ära des Mannes als reiner Versorger und autoritäres Alphatier hat ihren Zenit längst überschritten und könnte ebenfalls mehr Vielfalt gebrauchen.

Ihm: Genauso wie wir der Meinung sind, dass Frauen selbst – und nicht durch Männer – ihr modernes Frauenbild bestimmen sollten, ist es konsequent, dass wir den Männern nicht erzählen, wie sie ein zukünftiges Männerbild mit Leben füllen. Da sich unsere Gesellschaft weiter wandelt, profitieren idealerweise beide Geschlechter von neuen Möglichkeiten.

Wie können Frauen von einer männerfreien Zone profitieren, wenn sie in der realen Welt dann doch wieder auf Männer treffen?

Ihm: Frauen sollten sich zunächst ihrer eigenen Fähigkeiten, Stärken und Kompetenzen klarwerden. Dies ist die Grundvoraussetzung dafür, dass sie selbstbewusst und voller Selbstvertrauen ihre Identität als Frau authentisch vertreten können. Oder wie es der deutsche Philosoph Agrippa von Nettesheim formulierte: „Niemals wirst du aus den anderen Dingen die Einheit schaffen, wenn nicht zuvor du selbst einig geworden bist.“

Klauer: Natürlich bringt eine Frauengruppe neben einer bereichernden Vielfalt auch manche Herausforderungen: Wie sieht das eigene Frauenbild aus – beispielsweise in Bezug auf ein gesundes Konkurrenzverhalten? Was wird über die Vertreterinnen des eigenen Geschlechtes gedacht? Ob ich sie als unterstützend oder störend einschätze, sagt auch eine Menge über die eigene Handlungsflexibilität und die eigenen Lernfelder aus. Dabei ist es meiner Meinung nach sinnvoll, wenn mit diesen Themen erst im geschützten „Erfahrungsraum“ mit geringerer Komplexität experimentiert wird.

Weshalb gerade Neuro-Linguistisches Programmieren?

Ihm: NLP steht für ein positives Menschenbild und entspricht mit seinen Vorannahmen unserer lösungsorientierten Arbeitsweise. Eine wichtige Grundannahme im NLP lautet: Jeder Mensch hat alle Ressourcen für eine gewünschte Veränderung selbst zur Verfügung. Bei Herausforderungen gilt es daher, die eigenen Potenziale zugänglich zu machen und Wahlmöglichkeiten zu schaffen. Die ressourcen- und zielorientierten Methoden des NLP ermöglichen sehr schnell, Handlungsflexibilität und mentale Alternativen zu gewinnen. NLP bietet einen reichhaltigen Methodenkoffer, mit dem die Wahrnehmung der Umwelt und die persönlichen Verhaltensstrategien reflektiert und zielführend verändert werden können.

Klauer: Die Begründer dieser Methodik, Richard Bandler und John Grinder, fanden heraus, dass die herausragenden Fähigkeiten erfolgreicher Menschen für andere sowohl beobachtbar als auch erlernbar sind. Damit sind Mimik und Gestik sowie Strukturen in der Sprache wichtige Hinweise auf wesentliche Erfolgskriterien. NLP analysiert diese im Inneren stattfindenden, subjektiven Prozesse. Das heißt, es beschäftigt sich damit, welche Informationen aus der Flut von Eindrücken aufgenommen und wie sie vom Individuum interpretiert werden. Mit NLP ist es möglich, unsere Lernstrukturen, Emotionen und inneren Vorstellungen auf ihre Nützlichkeit hin zu überprüfen. Wobei Nützlichkeit hier bedeutet: Sind meine Überzeugungen, Vorgehensweisen und meine Kommunikation hilfreich, um ein erfülltes und erfolgreiches Leben zu führen?

Warum profitieren besonders Frauen davon?

Klauer: Historisch bedingt ist die Berufswelt in Deutschland stark durch eine männliche Kultur geprägt. Das bedeutet, sie hat sich über die Jahrhunderte durch Rollenbilder und Überzeugungen von Männern gebildet. Ihre Vorstellungen von Arbeitsalltag, Kooperation und Erfolg formen bis heute das Geschäftsleben. Hierzu zählt auch die Vorstellung, wie Frauen ins Business passen. Obwohl in den letzten Jahren ein Wandel eingesetzt hat, wirken alte Prägungen und Muster noch weiter. Gleichzeitig fehlt es an weiblichen, orientierungsstiftenden Vorbildern.

Ihm: NLP bietet eine ideale Methodensammlung für Frauen, um Spannungsfelder zwischen den Rollenerwartungen aufzulösen und als berufstätige Frau eine authentische Haltung zu finden. Mit dem Wissen und den Hintergründen unserer Teilnehmerinnen ergibt sich ein geballter „Frauenerfahrungsschatz“, von dem alle profitieren. Sei es, um sich über Erfolgsstrategien auszutauschen und diese auf die eigenen Herausforderungen anzupassen oder für Hindernisse neue, weibliche Lösungsansätze zu finden. Dadurch ist eine schnellere, intensivere Entwicklung möglich, da persönliche Themen von Frauen mit einer großen Offenheit bearbeitet werden. Genau hier setzt unser NLP mit dem FF, dem FrauenFokus, an.

Was genau verstehen Sie unter dem FrauenFokus?

Klauer: Wenn Frauen sich ihrer sozialisierten Prägungen und deren Einschränkungen bewusstwerden, ist die erste Reaktion häufig Frust und Verärgerung. Frauen schätzen z.B. ihre Kompetenzen sehr oft geringer ein als Männer, sie sind zurückhaltender in ihrer Selbstdarstellung und zweifeln leichter an sich. Wir greifen in allen Lernfeldern der Ausbildung typische Denk- und Verhaltensweisen von Frauen auf, ohne in Stereotypen zu verallgemeinern. Unsere Teilnehmerinnen können individuell für sich selbst prüfen, ob und wie ihnen ihre Denk- und Verhaltensweisen zukünftig nützlich sein können oder ob es attraktivere Handlungsalternativen gibt.

Ihm: Erstmalig gibt es für Frauen einen Entwicklungs- und Erlebnisraum, in dem sie mit den Techniken des NLP ihre Interaktion und Kommunikation mit anderen Frauen optimieren können. Mit den NLP-Formaten in einer reinen Frauengruppe können wir die gängigen Lehrinhalte mit weiblichen Erfolgsgeheimnissen bereichern. Beispielsweise ist es ein Riesenunterschied, ob eine Frau ihr Leben als „Pippi Langstrumpf“ oder als „Aschenputtel“ gestaltet.

Welche Frauen wollen Sie besonders ansprechen?

Ihm: Frauen, die sich sowohl beruflich als auch persönlich weiterentwickeln wollen. Sei es, dass sie ein neues Betätigungsfeld suchen, sich selbstständig machen oder auf eine Führungsaufgabe bzw. attraktive Position im Unternehmen vorbereiten wollen. Wir adressieren Frauen, die zum Ziel haben, proaktiv ihre Zukunft und ihre berufliche Rolle zu gestalten.

Klauer: Diese Frauen wollen nicht nur die alten Klischees bedienen und als engagiert, verantwortungsvoll, gewissenhaft und kontaktfreudig gesehen werden, sondern auch Attribute wie Durchsetzungsstärke, Gestaltungswille und analytische Fähigkeiten auf weibliche Art repräsentieren. Sie möchten erfolgreich Karriere machen und dennoch Weiblichkeit verkörpern.

>> Weitere Infos zur Ausbildung

ihmotion auf der women&work am 4. Juni in Bonn
Sie treffen ihmotion am Stand K58 in der Karriere- und Leadership-Lounge. Isabel Ihm hält zusätzlich um 11:00 Uhr einen Kurzvortrag im Rahmen der PechaKucha-Veranstaltung „Karriertipps“ zum Thema „Die Marke Ich – Persönlichkeit als Erfolgsfaktor“

>> Download Kongress-Programm

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Autor: Melanie Vogel - Futability®

Melanie Vogel, zweifache Innovationspreisträgerin, ist seit fast 20 Jahren passionierte Unternehmerin. Futability®, Innovation und Leadership sind ihre Kernthemen, die sie nicht nur als Dozentin an der Universität zu Köln unterrichtet, sondern auch in Vorträgen, Keynotes, Webinaren und Seminaren mit Unternehmern und Führungskräften teilt. Das von ihr entwickelte "Futability®-Konzept" ist ihre Antwort auf die VUCA-Welt – eine Welt dauerhafter und radikaler Veränderungen. Ihr mit dem NiBB Innovationspreis ausgezeichnetes Buch „Futability® - Veränderungen und Transformationen bewältigen und selbstbestimmt gestalten“ ist im Februar 2016 erschienen und kann online bestellt werden unter www.futability.com. Ihr zweites Buch „Raus aus dem Mikromanagement“ ist seit Februar 2017 unter www.mikro.management erhältlich. Melanie Vogel ist außerdem Initiatorin der women&work, Europas größtem Messe-Kongress für Frauen, der 2012 mit dem Innovationspreis „Land der Ideen“ in der Kategorie Wirtschaft ausgezeichnet wurde. www.melanie-vogel.com

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