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Europas größter Karriere-Event für Frauen

Interview: Zufrieden als Expat | #InterNations | #WomenWorldWide

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InterNationsSchwerpunktthema der diesjährigen women&work am 4. Juni ist das Thema „www – Women World-Wide„. Internationalität und Globalisierung spielen dabei eine Rolle, genauso wie interkulturelle Kompetenzen.  Dabei lohnt sich auch ein blick auf das Leben von Expatriates – Menschen, die mit oder ohne Partner, mit oder ohne Familie – im Ausland leben und Arbeiten. Die weltweite Community InterNations hat die Situation von Expats in einer globalen Studie untersucht. Kathrin Chuboda gibt in diesem Interview spannende Einblicke in die Ergebnisse.

NAME: Kathrin Chudoba
BERUF: Content & Communications Team Lead bei InterNations
Meine Webseite: www.internations.org

Frau Chuboda, bitte beschreiben Sie kurz das Netzwerk InterNations.
InterNations ist die größte weltweite Community für alle mit einem internationalen Lebenslauf. Ich verwende bewusst den Begriff Community, da InterNations weit mehr ist als ein Online-Netzwerk. Natürlich bieten wir Expats und Mitarbeitern von internationalen Unternehmen die Möglichkeit, sich online zu vernetzen, in Foren auszutauschen und sich in unserem weiten Angebot an Artikeln über das Leben im Ausland zu informieren sowie persönliche Erfahrungsberichte von anderen Expats zu lesen. Darüber hinaus ist aber der Face-to-Face Aspekt von InterNations extrem wichtig für unsere Mitglieder: Wir haben InterNations Communities in 390 Städten auf der ganzen Welt und ermöglichen es unseren Mitgliedern so, sich vor Ort auf organisierten Veranstaltungen kennenzulernen, regelmäßig zu treffen und gemeinsam ihren Hobbies und Interessen nachzugehen – vom Fußballspiel bis zum Museumsbesuch, von der Eltern-und-Kind Gruppe bis zum Singles-Treff, vom Ladies Brunch bis zum Business Networking.
Im Gegensatz zu vielen anderen sozialen Netzwerken werden Neuregistrierungen bei InterNations individuell geprüft, bevor ein Profil freigeschaltet wird. So stellen wir sicher, dass die hohe Qualität unserer Plattform erhalten bleibt und unsere Mitglieder in einem sicheren Umfeld miteinander interagieren können.

Sie befragen regelmäßig Expats zu ihrer Lebens- und Arbeitszufriedenheit im Ausland. Was sind die aus Ihrer Sicht interessantesten Ergebnisse aus der Studie 2015?
Wir waren doch etwas überrascht davon, dass allgemeine Lebensqualität — gemessen an Faktoren wie Infrastruktur, Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung, medizinische Versorgung, und so weiter — und individuelle Lebenszufriedenheit nicht unbedingt in einem direkten Verhältnis zueinander stehen. Einige Länder, die in unserem Index für Lebensqualität in den Top 10 weltweit stehen, so zum Beispiel die komplette DACH-Region, rutschen bei der Frage nach der persönlichen Lebenszufriedenheit plötzlich ans andere Ende des Rankings (D: 47 von 64, A: 38 von 64, CH: 32 von 64).
Zudem wurden einige unserer globalen Spitzenreiter im Gesamtranking, wie beispielsweise Mexiko, für manche doch sehr relevante Faktoren wie persönliche Sicherheit eher schlecht bewertet: So vergeben in Mexiko lediglich 16% die Bestnote beim Thema Sicherheit, während im globalen Durchschnitt 42% aller Expats mit ihrer persönlichen Sicherheit im Gastland vollauf zufrieden sind. Trotzdem hat dies offenbar nur geringe Auswirkungen auf die Zufriedenheit mit der eigenen Lebensgestaltung: 38% der Expats in Mexiko geben an, sie könnten gar nicht glücklicher sein. Weltweit sind es nur 19%. Lebensqualität, die nur nach äußeren, „objektiven“ Faktoren beurteilt wird, spielt also vielleicht für das subjektive Glück des Einzelnen gar keine so große Rolle.

Wo im Ausland lässt es sich für Familien am besten leben? Wo können Beruf und Familie am leichtesten in Einklang gebracht werden und warum?
Es heißt ja immer, dass wir Deutschen am „Bullerbü“-Syndrom leiden und das Leben in Schweden durch die rosa Astrid-Lindgren-Brille sehen. Vielleicht ist an diesem Klischee ja doch etwas Wahres dran: In unserem Index für das Familienleben im Ausland landet Schweden nämlich auf dem dritten Platz weltweit, gleich hinter dem Nachbarn Finnland auf Platz zwei. Und unser Nachbarland Österreich ist bei Expat- Familien der globale Spitzenreiter.
Alle diese Länder erzielen die besten Bewertungen weltweit, wenn es um die Verfügbarkeit und die (niedrigen) Kosten von Kinderbetreuung und Schulbildung geht. Österreich und Finnland schneiden außerdem in puncto Qualität des Bildungssystems hervorragend ab, und in Österreich fühlen sich Expat- Familien einfach wohl. Nur Australien schneidet in der Subkategorie „Familien-Wohlbefinden“ noch besser ab.
Nach der Vereinbarkeit von Familie und Beruf haben wir nicht direkt gefragt. Aber Österreich schafft es auf den ersten Platz von 41 Zielländern in unserem Familienindex, wenn wir uns nur den Bewertungsfaktor „zur Verfügung stehende Betreuungsmöglichkeiten für Kinder“ ansehen. Hier äußern sich 36% der befragten Expat-Eltern in Österreich uneingeschränkt positiv — im globalen Durchschnitt sind es lediglich 12%. Bei der Kostenfrage hat es immerhin die zweitbeste Bewertung weltweit — circa jeder vierte Expat mit Familie (24%) findet es sehr leicht, sich die Kinderbetreuung in Österreich zu leisten.
Betrachten wir hingegen den Faktor „Work-Life-Balance“, zu dem alle Expats befragt wurden, egal ob sie Kinder haben oder nicht, so bekommt wiederum Schweden die Bestnote: Jeder dritte Umfrageteilnehmer in Schweden (34%) ist damit vollkommen zufrieden. Suchen wir allerdings nach der kürzesten Arbeitswoche für Vollzeitstellen, müsste es doch wieder Finnland sein (40.6 Stunden, im Vergleich zu fast 45 Stunden im Durchschnitt unter allen Umfrageteilnehmern).

Infographics_Top Destinations for Families

Unter den fünf Zielländern mit den schlechtesten Bewertungen im Family Life Index 2015 finden sich außer Saudi-Arabien, Brasilien, die Türkei, Katar und Oman. Warum schneiden die Länder aus Sicht der Befragten so schlecht ab?
In Saudi-Arabien beklagen Expats mit Kindern vor allem die fehlenden Einrichtungen für Kinderbetreuung und das mangelnde Angebot an Schulen. Fast zwei Drittel aller Expats (65%) schicken ihren Nachwuchs dort auf eine internationale Schule — das Angebot ist naturgemäß begrenzt, und auch über die Qualität des Bildungswesens äußert sich mehr als ein Viertel der Befragten (26%) dezidiert negativ. Auch das Familienleben im Allgemeinen lässt wohl eher zu wünschen übrig. Circa drei von acht Eltern in Saudi- Arabien beklagen zum Beispiel den Mangel an Möglichkeiten zur kindgerechten Freizeitgestaltung.
In Katar und in der Türkei zeichnet sich ein ähnlicher Trend hinsichtlich der Verfügbarkeit von Betreuungsplätzen und geeigneten Schulen ab. Gerade der schulische Unterricht für Kinder aus Expat- Familien wird hier oft zum Problem. Auch in Katar besuchen zum Beispiel 62% aller Expat-Kinder eine internationale Schule, und das kann ja schnell teuer werden: 29% aller Eltern in Katar und sogar 32% in der Türkei finden, dass es äußerst schwierig ist, sich im jeweiligen Gastland die Schulbildung für die Kinder zu leisten.
Zumindest liegt Katar beim Thema Qualität des Bildungssystems im Vergleich zu den anderen vier Ländern vorne: Es landet hier auf Platz 26 von 41, während Brasilien sogar die schlechtesten Bewertungen für diesen Faktor einstecken muss — und das, obwohl hier jeder zweite Expat mit Familie die Kinder auf eine Privatschule schickt. Brasilien gehört außerdem zu den fünf Ländern, die beim Bewertungsfaktor „Gesundheit und Sicherheit der Kinder“ unter Expat-Familien am schlechtesten abschneiden. Jeder dritte Befragte (34%) sieht das Gastland Brasilien in Bezug auf das Wohlergehen der Kinder negativ.
Kleine Kuriosität am Rande: Beim Thema Kinderbetreuung/ zur Verfügung stehende Betreuungsmöglichkeiten kommt die Schweiz übrigens noch schlechter weg als die fünf oben genannten Länder. Und Hong Kong — wo Expats schon seit längerem über einen Engpass an (ohnehin sehr teureren) Schulplätzen klagen — bildet erwartungsgemäß das Schlusslicht bei Verfügbarkeit und Kosten von Schulbildung für den Expat-Nachwuchs.

In welchen Ländern fühlen sich weibliche Expats am wohlsten und welche Faktoren führen zu der Zufriedenheit?
Die drei Länder, die bei Expat-Frauen weltweit am besten abschneiden, sind Ecuador, Malta und Thailand. Die Umfrageteilnehmerinnen in Ecuador sind mit ihrem individuellen Lebensentwurf ganz besonders zufrieden und bewerten auch Faktoren wie Freizeitgestaltung, kostengünstige medizinische Versorgung und Lebenshaltungskosten im Allgemeinen durchwegs positiv. Außerdem fällt es ihnen offensichtlich leicht, in Ecuador Fuß zu fassen und dort neue Freunde zu finden. Für Karrierefrauen und Mütter von kleinen Kindern könnte Ecuador als Gastland aber weniger geeignet sein: 32% der Umfrageteilnehmerinnen fallen in die Altersgruppe 50+, und 22% sind bereits im Ruhestand. Für Aussteigerinnen in den besten Jahren ist Ecuador also das optimale Ziel.
An zweiter Stelle folgt bei unseren Studienteilnehmerinnen das mediterrane Malta. Hier tut sich der Inselstaat insbesondere mit seinem sonnigem Klima, dem positiv bewerteten Gesundheitswesen und einer leichten Eingewöhnung für die weiblichen Expats hervor. Aber auch beim Thema Work-Life-Balance hat Malta offenbar einiges zu bieten: Jede dritte Umfrageteilnehmerin bewertete diesen Faktor mit „sehr gut“.
Auch Thailand kommt bei unseren Studienteilnehmerinnen besonders gut an. Genau wie in Malta bewerten die weiblichen Expats sowohl die Qualität als auch die Kosten der medizinischen Versorgung positiv. Ein weiterer Faktor für die Lebensqualität sind die hervorragenden Reisemöglichkeiten im Lande, beziehungsweise im gesamten Asien-Pazifik-Raum. Beeindruckende 71% aller Umfrageteilnehmerinnen im Touristenparadies Thailand sind damit vollkommen zufrieden. Des Weiteren vergeben die befragten Frauen überdurchschnittlich gute Wertungen für ihre finanzielle Lage und die günstigen Lebenshaltungskosten. Zu guter Letzt sticht Thailand bei den Bewertungen der Studienteilnehmerinnen in puncto Jobzufriedenheit hervor: Das Zielland ist hier unter den zehn besten weltweit.

Infographics_Top Destinations for Women
Für Karrierefrauen ist laut Studie Hong Kong die Nummer 1. Warum?
Hong Kong steht in der Subkategorie „Job & Karriere“ unseres Index zum Thema Arbeiten im Ausland bei weiblichen Expats tatsächlich an erster Stelle von insgesamt 60 Ländern. Bei Männern liegt es hingegen in derselben Kategorie lediglich auf Platz 35. Fast drei Viertel der dort arbeitenden Frauen (72%) sind mit ihrem Job zufrieden, und ein vergleichbarer Anteil der Teilnehmerinnen (74%) ist optimistisch, was ihre Karrierechancen angeht — bei diesem Faktor erhält Hong Kong die beste Bewertung von Frauen im weltweiten Vergleich.
Die in Hong Kong lebenden Teilnehmerinnen sind hoch qualifiziert (42% haben einen Master oder einen vergleichbaren Hochschulabschluss, 6% sogar einen Doktortitel), und unter den Frauen, die als derzeitiges Beschäftigungsverhältnis Angestellte oder Führungskraft angeben, finden sich immerhin 14% im Top Management wieder — mehr als doppelt so viel wie der weltweite Durchschnitt von 6%.

Warum sind die arabischen Staaten attraktive Gastländer für gut situierte Expat-Frauen? Gerade in diesen Ländern ist es mit der Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen doch gar nicht gut bestellt…
Zunächst einmal müssen wir festhalten, dass diese Aussage in Bezug auf „die“ arabischen Länder eine gewisse Verallgemeinerung darstellt. Saudi-Arabien und Katar befinden sich im globalen Vergleich auch bei den Frauen definitiv auf den unteren Rängen, auf Platz 51 beziehungsweise 45 von 60 Ländern. In Kuwait wiederum haben wir nicht einmal genügend Umfrageteilnehmerinnen gefunden, um das Land in unser Ranking für weibliche Expats aufzunehmen — das spricht ja in gewisser Weise auch schon für sich.
Jedoch schneiden die VAE und gerade Oman bei den befragten Frauen tatsächlich vergleichsweise gut ab. Im weltweiten Vergleich aller Zielländer für weibliche Expats liegen die VAE auf Platz 13 und Oman sogar auf Rang 7. Diese beiden Fälle haben wir uns dann auch genauer angesehen. Das gute Abschneiden bei den Studienteilnehmerinnen verdankt Oman unter anderem der finanziellen Situation der Befragten und den örtlichen Lebenshaltungskosten, die von den Teilnehmerinnen als positiv gesehen werden. Sie beschreiben ihre neue Heimat auch als relativ gastfreundliches und friedliches Land. Bei den VAE ist die Bewertung der persönlichen Finanzen deutlich schlechter als in Oman — die Lebenshaltungskosten sind hier tatsächlich um Einiges höher, sodass man (oder frau) schon fast mehr als „nur“ gut situiert sein muss, um alle Annehmlichkeiten des Lebens zu genießen. Die überdurchschnittlichen Bewertungen finden sich bei den Umfrageteilnehmerinnen in den VAE aber zumindest beim Wirtschaftsklima, jedoch auch bei „soften“ Faktoren wie Freundschaften oder der Freizeitgestaltung im Ausland.
Allerdings muss man hierzu anmerken, dass die Umfrage keine direkten Fragen zu soziopolitischen Themen wie der Gleichberechtigung in der Gesellschaft des Gastlandes enthält. Die zu bewertenden Einzelfaktoren — immerhin 40 an der Zahl — beziehen sich auf ausgewählte Aspekte des alltäglichen Lebens im Ausland. Es ist schließlich durchaus möglich, in der örtlichen Expat-Community sofort Anschluss zu finden oder materiell gut abgesichert zu sein, aber trotzdem rechtlichen oder soziokulturellen Einschränkungen zu unterliegen.
Besonders glücklich sind die weiblichen Expats in diesen Ländern übrigens nicht — im globalen Zufriedenheitsvergleich rutschen die VAE bei den Studienteilnehmerinnen auf Platz 44 von 60. Oman findet sich auf Rang 50 und Qatar ist Nummer 53. Ob dies an der fehlenden Gleichberechtigung liegt? Schwer zu sagen — Deutschland schafft es bei diesem Faktor auch bloß auf Rang 42.

Welche Tipps sollten Frauen beherzigen, wenn sie als Expats ins Ausland gehen?
Das kommt darauf an, wohin sie gehen. Aber vielleicht ist das sogar der erste Tipp, und der gilt für Frauen genauso wie für Männer: Do your homework! Das mag jetzt banal klingen, aber oft ist es eine Kombination aus vielen Kleinigkeiten die dazu führt, dass Auslandsaufenthalte frühzeitig abgebrochen werden. Deshalb: Bereiten Sie sich vor — denn wenn Sie wissen, was auf Sie zukommt, können Sie sich überlegen, wie Sie mit den Herausforderungen, die das Leben in Ihrem Zielland für Sie bereit hält, am besten umgehen.
Das trifft natürlich vor allem dann zu, wenn Sie in ein Land gehen, das sich gesellschaftlich oder kulturell stark von Ihrem Herkunftsland unterscheidet. Wenn Sie als Frau in Deutschland aufgewachsen sind, sind Sie aller Wahrscheinlichkeit nach ein unabhängiges Leben mit vielen persönlichen Freiheiten gewöhnt. Erwarten Sie nicht, den gleichen Lebensstil überall auf der Welt fortsetzen zu können. Das Leben im Ausland und das Kennenlernen neuer Kulturen ist eine unglaubliche Bereicherung, kann aber auch mit gewissen Einschränkungen verbunden sein. Wenn man sich vorher gut informiert, kann man entscheiden, ob und wie man diesen Herausforderungen begegnen möchte.
Dennoch: Man kann sich nicht auf alles einstellen. Bleiben Sie offen und seien Sie bereit, sich überraschen zu lassen. Dann stecken Sie auch kleine Rückschläge leichter weg. Lassen Sie sich außerdem nicht von einseitigen Erfahrungsberichten anderer Expats entmutigen. Menschen tendieren dazu, ihrem Ärger Luft zu machen — besonders im Internet. Dabei handelt es sich jedoch meist um Einzelfälle.
Hier kann Ihnen InterNations als internationales Netzwerk natürlich in vielerlei Hinsicht behilflich sein: Vor dem Umzug bieten wir Informationen und den Austausch mit anderen Expats, die bereits vor Ort sind. Und wenn Sie erst einmal im Ausland sind, haben Sie unzählige Möglichkeiten, bei einer unserer Veranstaltungen Kontakte zu knüpfen und neue Freunde zu finden. Das ist wichtig: Denn schließlich soll der Auslandsaufenthalt nicht nur der Karriere dienen, sondern zu einem positiven Erlebnis werden. Und auch etwaige Probleme lassen sich in der Gruppe leichter bewältigen — schon allein, weil man ihnen mit einer größeren Gelassenheit begegnen kann, wenn man nicht auf sich alleine gestellt ist und weiß, dass andere bereits mit ähnlichen Situationen konfrontiert waren.
Aus persönlicher Erfahrung kann ich sagen: Man findest fast überall auf der Welt Seelenverwandte — Menschen, zu denen man Vertrauen fasst und mit denen man sich gut versteht; auch wenn es auf den ersten Blick vielleicht nicht so aussieht.

Und zum Schluss noch ein kleines Spiel. Ich sage Ihnen ein Schlagwort und Sie sagen mir, was Ihnen als erstes dazu durch den Kopf geht:

  • Karriere: Wenn Karriere bedeutet, dass meine Fähigkeiten und mein Einsatz in einem Job, den ich gerne mache, gewürdigt werden, dann: ja, gerne. Oft baut aber schon allein die Verwendung des Begriffs „Karriere“ unnötigen Druck auf.
  • Führung: Wie bei so vielen Dingen im Leben weiß man gute Führung oft erst zu schätzen, wenn man schlechte Führung erfahren hat.
  • Erfolg: Erfolgserlebnisse sind gut und wichtig — solange man sein persönliches Wohlbefinden nicht vom Erfolg abhängig macht. Zumindest nicht von einer zu eng gefassten Definition von Erfolg. Erfolg findet auf vielen verschiedenen Ebenen statt: auf der individuellen wie auf der gesellschaftlichen, im Privaten wie im Beruflichen. Auch das Überwinden eines Misserfolgs ist ein Erfolg!
  • Macht: „Macht entspringt der menschlichen Fähigkeit, nicht nur zu handeln oder etwas zu tun, sondern sich mit anderen zusammenzuschließen und im Einvernehmen mit ihnen zu handeln.“ Stammt nicht von mir, sondern von Hannah Arendt.. Ich verstehe es so, dass Macht an sich etwas Natürliches ist. Macht entsteht in der Gesellschaft. Problematisch wird es oft, wenn es um den Erhalt der Macht geht.
  • Scheitern: Hart, aber unausweichlich. Zum Glück kann man aus fast jedem Scheitern eine positive (Lern-)Erfahrung ziehen.
  • Quote: Ein ziemlich negativ besetzter Begriff. Aber wenn richtig eingesetzt kann die Quote dabei helfen, gewisse Ziele wie eine ausgewogene Repräsentation bestimmter Bevölkerungsgruppen und damit letztendlich Chancengleichheit zu erreichen. Das Einführen einer Quote erkennt an, dass es einen Missstand zu beheben gibt. Das Erfüllen der Quote, zum Beispiel der Frauenquote, ist dabei aber noch nicht das Ziel an sich. Sie soll Entwicklungen anstoßen und ist nicht dafür da, sich auf ihr auszuruhen. Und das gilt für alle Seiten.
  • Geld: Mein Vater unterstellt mir gerne eine „wie gewonnen, so zerronnen“-Einstellung zum Geld. Ich selber bezeichne das lieber als eine „Carpe Diem“-Attitüde. Geld ist nicht zum Anhäufen da, sondern zum Ausgeben. Um sich selber und anderen das Leben zu erleichtern und glücklich zu machen — soweit das mit Geld eben geht. Dass Geld allein nicht glücklich macht, wissen wir ja.
  • Industrie 4.0: Birgt wie jede Veränderung sowohl Chancen als auch Gefahren.

 

InterNations auf der women&work am 4. Juni 2016 in Bonn
Sie treffen die Community am Stand K59 in der Karriere- und Leadership-Lounge und im Rahmen einen Podiumsdiskussion zum Thema „Globales Networking“ von 11:00-12:00 Uhr.

>> Download Kongress-Programm

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Autor: Melanie Vogel - Futability®

Melanie Vogel, zweifache Innovationspreisträgerin, ist seit fast 20 Jahren passionierte Unternehmerin. Futability®, Innovation und Leadership sind ihre Kernthemen, die sie nicht nur als Dozentin an der Universität zu Köln unterrichtet, sondern auch in Vorträgen, Keynotes, Webinaren und Seminaren mit Unternehmern und Führungskräften teilt. Das von ihr entwickelte "Futability®-Konzept" ist ihre Antwort auf die VUCA-Welt – eine Welt dauerhafter und radikaler Veränderungen. Ihr mit dem NiBB Innovationspreis ausgezeichnetes Buch „Futability® - Veränderungen und Transformationen bewältigen und selbstbestimmt gestalten“ ist im Februar 2016 erschienen und kann online bestellt werden unter www.futability.com. Ihr zweites Buch „Raus aus dem Mikromanagement“ ist seit Februar 2017 unter www.mikro.management erhältlich. Melanie Vogel ist außerdem Initiatorin der women&work, Europas größtem Messe-Kongress für Frauen, der 2012 mit dem Innovationspreis „Land der Ideen“ in der Kategorie Wirtschaft ausgezeichnet wurde. www.melanie-vogel.com

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