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Beförderung – was nun?! | #Karriere | #Vereinbarkeit

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Beförderung

(Von Melanie Vogel, Initiatorin der women&work) „Der Chef droht mit Beförderung – was nun?!“ Als ich diese Frage vor einigen Monaten in meinem Freundes- und Bekanntenkreis stellte, erntete ich hauptsächlich unverständliches Kopfschütteln, verdrehte Augen und bei den meisten die lapidare Antwort: „Was für eine Frage?! Ja-Sagen, natürlich!“ Natürlich? Wirklich?

Ich war überrascht, denn ich kenne viele, die das Angebot der Beförderung zwar annehmen, aber nicht immer richtig glücklich damit sind. Selbst wenn die Beförderten im 7. Himmel schweben, so sieht das Glücksgefühl bei der Partnerin oder dem Partner oft ganz anders aus. Die Gründe sind vielfältig, doch je mehr Geschichten ich höre, umso überzeugter bin ich, dass sich mit ein bisschen mehr Planung und vor allem etwas mehr Kommunikation innerhalb der Familie viele Stressoren, die eine Beförderung mit sich bringen, reduzieren lassen.

In Ermangelung erhellender Tipps aus meinem Freundes- und Bekanntenkreis habe ich diese Frage mit meinem Mann diskutiert. Wir beide leben nicht nur zusammen, wir arbeiten auch gemeinsam in unserer Firma und erziehen parallel unseren Sohn – letzteres sehr erfolgreich seit fast zwölf Jahren.

Da wir uns höchstens selbst befördern können und die Positionen dafür mehr als rar gesät sind in einem familiengeführten Unternehmen, wo Geschäftsführer und Inhaber in Personalunion schalten und walten, haben wir überlegt, welche vergleichbaren Situationen wir im Berufsalltag haben, die einer Beförderung gleichkommen könnten.

Sehr schnell kamen wir darauf, dass wir eigentlich jedes Mal dann genau dann vor einer vergleichbaren Situation stehen, wenn wir einen Kundenauftrag „außer der Reihe“ bekommen, der unsere Kapazitäten fordert und unseren bisherigen Arbeitsablauf genauso durcheinander bringen kann wie unsere alltägliche Familienplanung.

Nichts anderes passiert bei einer Beförderung. Neue Aufgabenfelder entstehen, neue Verantwortungen werden definiert, innerhalb der vorhandenen Arbeitszeit muss eventuell mehr erreicht werden – vielleicht kommen neue Führungsaufgaben hinzu, Fortbildungen stehen an, um Kenntnislücken zu füllen. All das ist spannend und aufregend – aber es ändert nicht nur den gewohnten Arbeitsalltag, sondern hat vielleicht auch Auswirkungen auf den eigenen Kräftehaushalt und nicht selten in der Konsequenz auch auf das private Familienmanagement.

In eine solche Situation hineinzugehen, ohne vorher kurz innezuhalten und mit dem Partner oder der Partnerin zu sprechen, wäre meinem Mann und mir völlig fremd, wie wir dann während unseres Gespräches feststellten. Und wir überlegten, wie gehen wir genau vor? Was tun wir in solchen Situationen und wie treffen wir Entscheidungen?

Heraus kam unser „Vier-Phasen-Plan“:

Phase 1: Information

In dieser Phase werden Sie über Ihre Beförderung informiert. Nun sind Sie gefragt, die Konditionen Ihrer Beförderung so klar wie möglich in Erfahrung zu bringen.

  • Wie sehen die neuen Aufgaben aus?
  • Welche Erwartungen bestehen?
  • Wie wird sich das Arbeitsvolumen ändern?
  • Ist die Position noch mit meinen beruflichen Visionen und Zielen zu vereinbaren?
  • Wie sieht die Gehaltsveränderung aus?

Phase 2: Familiäre Absprachen

Beförderungen haben nicht selten Auswirkungen auf das Familienleben. Daher sind familiäre Absprachen elementar dafür, wie stressfrei oder stressbelastet Job und Privatleben zukünftig sein werden. Besprechen Sie daher folgende Fragen:

  • Wie verändert sich das private Zeitmanagement mit Antritt der neuen Position?
  • Was bedeutet das für unser bisheriges Familienmanagement?
  • Wo werden wir zukünftig Entlastung benötigen?
  • Wie finden wir Zeit für die Familie?
  • Wie finden wir Zeit für uns als Partner?

Phase 3: Nachverhandlung mit dem Arbeitgeber

Diese Phase ist notwendig, wenn Sie im Gespräch mit der Familie feststellen, dass zum Beispiel das angebotene Gehalt nicht mehr in Relation steht zu der Zeit, die Sie durch die Beförderung nicht mit der Familie verbringen können. Doch auch eine anstehende familiäre Umbruchsituation kann es erforderlich machen, dass beide Eltern zumindest für einen gewissen Zeitraum flexibler zu Hause verfügbar sind. Fragen Sie also auch nach flexiblen Arbeitszeitmodellen.

Phase 4: Start im neuen Job

Die vierte Phase ist die, in der alle Beteiligten testen, ob die getroffenen Vereinbarungen auch tatsächlich praktikabel sind. Sprechen Sie in dieser Situation offen mit Ihrer Familie – aber auch offen mit Ihren Vorgesetzten. Justieren Sie an den Punkten nach, die noch nicht reibungslos laufen. Je aufmerksamer Sie in der Anfangszeit sind, umso stressfreier und erfolgreicher können Sie langfristig in Ihrem neuen Job bestehen.

 

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Autor: Melanie Vogel - Futability®

Melanie Vogel, zweifache Innovationspreisträgerin, ist seit fast 20 Jahren passionierte Unternehmerin. Futability®, Innovation und Leadership sind ihre Kernthemen, die sie nicht nur als Dozentin an der Universität zu Köln unterrichtet, sondern auch in Vorträgen, Keynotes, Webinaren und Seminaren mit Unternehmern und Führungskräften teilt. Das von ihr entwickelte "Futability®-Konzept" ist ihre Antwort auf die VUCA-Welt – eine Welt dauerhafter und radikaler Veränderungen. Ihr mit dem NiBB Innovationspreis ausgezeichnetes Buch „Futability® - Veränderungen und Transformationen bewältigen und selbstbestimmt gestalten“ ist im Februar 2016 erschienen und kann online bestellt werden unter www.futability.com. Ihr zweites Buch „Raus aus dem Mikromanagement“ ist seit Februar 2017 unter www.mikro.management erhältlich. Melanie Vogel ist außerdem Initiatorin der women&work, Europas größtem Messe-Kongress für Frauen, der 2012 mit dem Innovationspreis „Land der Ideen“ in der Kategorie Wirtschaft ausgezeichnet wurde. www.melanie-vogel.com

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