women&work

Europas größter Karriere-Event für Frauen

Interview: Das Web für die Karriere nutzen | #WomenWorldWide | #Karriere | #Jobsuche

2 Kommentare

Ilona Orthwein

Ilona Orthwein ist Unternehmensberaterin und Businesscoach. Auf der women&work am 4. Juni berät sie am Messestand von unternehmerinnen.org (K 3 auf der Karriere-Meile). Sie ist Referentin eines PechaKucha-Vortrags und gibt als Expertin schon zum 3. Mal beim WOMEN-POWER-SLAM Tipps und Ratschläge. Am 25. Mai hält sie zusätzlich von 18-19 Uhr ein Webinar zum Thema „Das World Wide Web für die eigene Karriere nutzen“. Im Interview gibt sie erste Tipps und macht Vorfreude auf das Webinar und die women&work.

NAME: Ilona Orthwein
BERUF: Unternehmensberaterin und Businesscoach
Meine Webseite: orthwein-beratung.de

Welche Möglichkeiten bietet das world wide Web für die Jobsuche?
Das Web bietet neben den „klassischen“ Jobbörsen – hier liefert das Portal crosswater-job-guide.com einen guten Überblick – die Chance, direkt nach passenden Arbeitgebern zu suchen. Auf den Jobb- und Karriereseiten von Unternehmen und Organisationen findet man nicht nur die aktuell ausgeschriebenen Stellen sondern auch Ansprechpartner, an die man eine Initiativbewerbung richten kann.
Das Portal XING hat sich zudem in den letzten Jahren vom Business-Netzwerk zunehmend zur Rekrutierungsplattform gewandelt. Hier kann man sowohl direkt suchen als auch durch bestimmte Profileinstellungen gut gefunden werden, und bekommt, wenn man das will, passende Job-Angebote zugeleitet. Bei der Jobsuche sollten Aufbau und Pflege eine beruflichen Netzwerks auch nicht zu kurz kommen, und auch da kann XING hilfreich sein, um Kontakte zu finden und zu pflegen. Auf den Seiten von XING-Tochter Kununu lassen sich außerdem interessante Infos über Unternehmen und Jobs finden – einschließlich einem Gehaltsrechner. Gerade die typisch deutsche Intransparenz bei Gehältern führt leicht zu Verunsicherung und Frust. Neben XING ist auch LinkedIn eine gute Adresse für Professionels und Absolventen. Wer im internationalen Bereich sucht, sollte sich unbedingt auch hier eine Präsenz schaffen.

Welche Online-Präsenzen machen für einen selbst Sinn? In welchen sozialen Netzwerken macht es Sinn, aktiv zu sein, um die Jobsuche anzukurbeln?
Im deutschsprachigen Raum ist XING der Spitzenreiter, im internationalen Bereich LinkedIn. Hier treffen Unternehmen und Organisationen zusammen mit Menschen, die i. d. R. sehr gut qualifiziert sind. Diese gute Qualifikation gilt es entsprechend zu kommunizieren. Schüchternheit ist hier fehl am Platze. Ein spärlich ausgefülltes Profil und geringe Aktivitäten auf der Plattform helfen nicht weiter. Hier braucht es regelmäßige Aktivität, den Aufbau und die Pflege ein professionellen positiven Images.
Interessant für jene, die noch am Anfang ihrer beruflichen Laufbahn stehen und ganz klassisch mit einer Ausbildung (oder einem dualen Studium) starten wollen, finde ich das Portal Azubyo.de. Das Gefundenwerden ist relativ leicht: Man legt sich kostenlos ein Profil an, macht einen Berufswahltest und fügt einen Lebenslauf bei. Um Vertrauensschutz, der insbesondere bei Minderjährigen wichtig ist, zu gewährleisten, läuft alles über ein Chiffreverfahren.
Facebook oder Twitter können im Ausnahmefall auch sehr sinnvoll sein. Kreative haben bei Facebook gute Möglichkeiten zur Selbstdarstellung, insbesondere, wenn Sie über ihr Profil hinaus eine Fanpage für sich anlegen. Zudem gibt es auch hier interessante Gruppen, mit Menschen, die einander beruflich weiterbringen. Ich denke da z. B. an Gruppen wie „Digital Media Women“ oder die der „Bücherfrauen“. Auch Twitter kann hilfreich sein, um Businesskontakte zu knüpfen, zu pflegen und durch interessante Tweets positiv auf sich aufmerksam zu machen. Es kommt immer auf die persönliche Ausrichtung ung die eigenen Ziele an.

Wie sollte ein gutes Online-Profil aussehen? Auf welche Do’s sollte man achten und was gilt es unbedingt zu vermeiden?
Dass Arbeitgeber im Web die Profile von Bewerbern scannen, ist ein offenes Geheimnis. Letztlich geht es also nicht nur darum, ein oder zwei Online-Präsenzen in Ordnung zu haben, sondern um die gesamte Online-Reputation muss stimmen. Jede/r sollte sich selbst darum von Zeit zu Zeit einmal googlen und dann falsche, unerwünschte bzw. hoffnungslos veraltete Bilder, Links und Infos über sich löschen (lassen).
Manchmal wird gesagt, man solle Privates mit Geschäftlichem nicht vermischen und im Netz entsprechen sortieren. So eine Spaltung gelingt aber den wenigsten. Und Nickname-Profile sind auch keine Lösung. Wer ein bisschen clever recherchiert, kann herausfinden, wer sich hinter dem Phantasienamen verbirgt.
Ein allzu glatt gebürstetes Businessprofil ist allerdings auch nicht das, was Personaler wirklich wünschen. Gerade Führungskräfte sollten auch Charakter – und das heißt auch Ecken und Kanten – zeigen können. Authentizität und Klarheit in verschiedenen Dingen – auch in persönliche Ansichten – sind meiner Ansicht nach besser geeignet, um genau den richtigen Job für sich zu finden, als eine künstliche Anpassung an ein vermeintliches Wunschbild eines Arbeitgebers.
Wer gut qualifiziert ist und einen entsprechenden Job will, sollte zudem mit dem eigenen Knowhow und der eigenen Qualifikation nicht unnötig zurückhaltend sein. Damit meine auch fachlichen Input zum eigenen Metier. Über das Social Web lassen sich spannende Dialoge führen, Postings zu Fachthemen können potentielle Arbeitgeber aufmerksam machen und alle, die regelmäßig was Interessantes zu sagen haben, das zu ihrer Qualifikation gehört, kann es sehr wertvoll sein, ein Blog einzurichten und an passenden Blogparaden teilnehmen. Das alles macht bekannter, nutzt der Online-Reputation.
Vermeiden sollte man dagegen unbedingt „Katzenbildchen“, Streitereien und Postings, die sie eher disqualifizieren – erst recht wenn es um den aktuellen Arbeitgeber geht, auch wenn der Ärger berechtigt ist, sollte man ihn nicht seinen „Freunden“ bei facebook & Co. Anvertrauen. Wer so seinem Frust Luft macht, kann sogar u. U. mit einem arbeitsrechtliche Verfahren rechnen.

Frauen nutzen das Internet zwar immer intensiver  – aber meistens als Kundinnen oder für die private Netzwerkpflege. Was glauben Sie ist der Grund dafür, dass Frauen das Internet so zögerlich zum Aufbau beruflicher Netzwerke nutzen?
Als Sozialwissenschaftlerin kann ich mir das nur durch jahrhundertelange Sozialisierungsprozesse erklären. Dass Frauen öffentlich auftreten, in ihrer Mehrzahl überhaupt berufstätig sind, ist erst eine Entwicklung des 20. Jahrhunderts. Davor waren bürgerliche Frauen weitestgehend auf die Rolle der guten Hausfrau reduziert, und die Land- und Fabrikarbeiterinnen mit dem Kampf ums „täglich Brot“ beschäftigt. Zudem netzwerken Frauen schon immer – aber eben im privaten Kontext. Auch entschieden Frauen (als gute Hausfrauen) schon immer darüber, was an Konsumgütern für die Familie angeschafft wird. Und man predigte den Mädchen und jungen Frauen jahrhundertelang Bescheidenheit und Zurückhaltung als vermeintliches Erfolgsrezept für ein gutes Leben. Diese Prägungen lassen sich nicht so schnell wegwischen, bloß weil es nun das Internet gibt.
Letzteres wurde übrigens erst dann richtig attraktiv für Frauen, als Nutzer freundlich wurde. Bei Wikipedia, wo man auf eine Struktur aus den Anfangszeiten des Web 2.0 trifft, sind auch deswegen kaum Frauen unterwegs, weil die Bedienung so kompliziert ist. Facebook ist dagegen sehr bediener- und damit frauenfreundlich. Hier treffen Frauen ihre Freunde und Bekannte, man tauscht sich über dies und das aus, kann miteinander auch Online-Spiele spielen, Fotos versenden etc. LinkedIn und XING sind da schon etwas anspruchsvoller, insbesondere wenn man diese Tools wirklich professionell nutzen will.

Am 25. Mai halten Sie ein Webinar zu dem Thema. Worauf können sich die Zuhörerinnen besonders freuen und mit welchen Fragestellungen dürfen sie dann am 4. Juni auf der women&work zu Ihnen an den Messestand kommen?
Im Webinar geht es noch einmal vertiefend um die hier besprochenen Themen. Ich werde zudem einige Beispiele geben, wie sich Frauen mit Hilfe der neuen Medien ganz neue ungewöhnliche und sehr zufriedenstellende Karrierewege eröffnet haben – nicht selten aus Situationen heraus, die eher frustrierend waren, wie Jobverlust oder mangelnde Vereinbarkeit von Familie und Beruf.
Der Messestand ist der von unserer Businessnetzwerk-Plattform Unternehmerinnen.org. Hier werden die Besucherinnen außer mir noch weitere Praktikerinnen aus unserem Netzwerk treffen, die Ihnen viele hilfreiche Tipps rund um Job, Karriere, berufliche Selbständigkeit und Networking geben können.

Und zum Schluss noch ein kleines Spiel. Ich sage Ihnen ein Schlagwort und Sie sagen mir, was Ihnen als erstes dazu durch den Kopf geht:

  • Karriere: Ist kein Selbstzweck, sondern muss stimmig sein zur Person und zu deren jeweiliger Leben(sphase).Wichtig ist immer die Frage nach dem persönlichen Ziel.
  • Führung: Weniger Ratgeber mit Inspirationen von Machiavelli dafür mehr vom Dalai Lama.
  • Erfolg: Ist eigentlich für jeden etwas anderes, insofern lohnt es sich gängige Erfolgskriterien  einmal kritisch zu betrachten und zu prüfen, was für die eigene Person wirklich stimmig ist.
  • Macht: Führungsverantwortung und Handlungsstärke sollte immer gepaart sein mit Besonnenheit, Klugheit und Langmut.
  • Scheitern: Misserfolge gehören zum Leben, sie sind Chancen, Wichtiges zu lernen, um reifer und klüger zu werden und es nachher besser zu machen.
  • Quote:  Wir brauchen unbedingt Diversität in der Wirtschaft, um zukunftsfähig zu sein.
  • Geld: Ist etwas virtuelles und so sehr nützliches Instrument, aber kein Wert an sich. Das sollte man sich hin und wieder vor Augen halten.

 

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Autor: Melanie Vogel - Futability®

Melanie Vogel, zweifache Innovationspreisträgerin, ist seit fast 20 Jahren passionierte Unternehmerin. Futability®, Innovation und Leadership sind ihre Kernthemen, die sie nicht nur als Dozentin an der Universität zu Köln unterrichtet, sondern auch in Vorträgen, Keynotes, Webinaren und Seminaren mit Unternehmern und Führungskräften teilt. Das von ihr entwickelte "Futability®-Konzept" ist ihre Antwort auf die VUCA-Welt – eine Welt dauerhafter und radikaler Veränderungen. Ihr mit dem NiBB Innovationspreis ausgezeichnetes Buch „Futability® - Veränderungen und Transformationen bewältigen und selbstbestimmt gestalten“ ist im Februar 2016 erschienen und kann online bestellt werden unter www.futability.com. Ihr zweites Buch „Raus aus dem Mikromanagement“ ist seit Februar 2017 unter www.mikro.management erhältlich. Melanie Vogel ist außerdem Initiatorin der women&work, Europas größtem Messe-Kongress für Frauen, der 2012 mit dem Innovationspreis „Land der Ideen“ in der Kategorie Wirtschaft ausgezeichnet wurde. www.melanie-vogel.com

2 Kommentare zu “Interview: Das Web für die Karriere nutzen | #WomenWorldWide | #Karriere | #Jobsuche

  1. Danke für die Veröffentlichung! Es hat mir sehr viel Freude gemacht von Euch interviewt zu werden. Bin schon ganz gespannt auf die women&work am 4.6. und meinen PechaKucha-Vortrag sowie das Webinar nächste Woche.
    Im September gebe ich übrigens in Berlin zusammen mit Katharina Lewald wieder ein umfangreicheres Seminar zum Thema Social Media Marketing. Weitere Info unter http://www.orthwein-beratung.de/seminare/social-media-marketing/
    VG, Ilona Orthwein

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