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Europas größter Karriere-Event für Frauen

Interview: Als Frau in der IT durchstarten | #BWI | #MINT

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Sandra Achilles
Sandra Achilles (33) wurde wenige Jahre nach ihrem Studium bereits Führungskraft bei der BWI, dem IT-Dienstleister der Bundeswehr. Im Interview erzählt sie, wie sich Frauen in einer von Männern dominierten Branche durchsetzen können – und welche Rolle dabei die Wahl des Arbeitgebers spielt. BWI ist Aussteller auf der women&work. Ein Besuch an Stand I5 lohnt sich!

NAME: Sandra Achilles
BERUF: Projektleiterin

Frau Achilles, Frauen sind in der IT-Branche immer noch selten, vor allem in Führungspositionen. Warum haben Sie sich für diesen Weg entschieden?
Zunächst einmal brenne ich für das Thema IT. Es ist ein Feld, das sich ständig weiterentwickelt, nie stillsteht. Für einen neugierigen Menschen wie mich ist das genau das Richtige. Die Führungslaufbahn war zunächst gar nicht mein Ziel, als ich ein BA-Studium bei IBM begann. Dazu kam ich erst, als mich Vorgesetzte inspirierten und mich mein Arbeitgeber gezielt förderte.

Sie arbeiten beim BWI Leistungsverbund, dem IT-Dienstleister der Bundeswehr. Noch eine Männerdomäne?
Dachte ich zunächst auch, wurde aber positiv überrascht. Als ich 2006 mein Diplom als Wirtschaftsinformatikerin in der Tasche hatte, stand ich plötzlich vor der Wahl: Gehe ich zum sicheren, etablierten Konzern IBM? Oder wirke ich bei der IT-Neugründung BWI mit, die IBM, Siemens und die Bundeswehr zu dieser Zeit aus der Taufe hoben? Die Herausforderung, etwas von Grund auf neu aufzubauen und mitzugestalten, hat mich gereizt. Also ging ich zur BWI und wollte eigentlich nur zwei, drei Jahre bleiben. Inzwischen sind es zehn! Und, ja: Dass unser Kunde die Bundeswehr war, hat mir zunächst schon ein paar Bauchschmerzen bereitet. Kann ich mich da durchsetzen? Werde ich da ernst genommen von den hochrangigen Ansprechpartnern? Aber die Bedenken waren unnötig. Im Endeffekt hatte ich es als Frau vielleicht sogar ein wenig leichter, weil sich die Kollegen freuten, nicht immer nur mit Männern zu diskutieren.

Schon nach wenigen Jahren haben Sie Führungsverantwortung übernommen. Das ist an sich schon ungewöhnlich, für eine Frau vielleicht noch mehr. Entschuldigen Sie die direkte Frage, aber: Ging es darum, eine Quote zu erfüllen?
Natürlich nicht! (lacht) Nein, eine aus Imagegründen auferlegte Frauenquote gibt es bei der BWI nicht. Frauenförderung wird hier einfach als Vorteil für das Arbeitsklima gesehen. Das sind eine Kulturfrage und das Ergebnis der guten Erfahrungen mit Diversity aus den Mutterkonzernen.
Meine damalige Chefin hat recht schnell ein Führungspotenzial in mir erkannt. Sie hat mich angeleitet und immer wieder ermutigt, diese Richtung weiterzuverfolgen. Ich liebte die fachliche Seite, arbeitete tief an Themen der IT-Sicherheit. Aber ich wollte auch eine Verantwortung für andere übernehmen, Menschen inspirieren und in ihrer eigenen Entwicklung unterstützen. Ich durfte dann an einem internen „Förderkreis“ teilnehmen, mit dem die BWI vielversprechende Nachwuchsführungskräfte identifiziert und gezielt voranbringt. Ohne diese Schulungen und Mentorings von erfahrenen Managerinnen und Managern wäre ich nie so schnell Abteilungsleiterin geworden.

Ihre Abteilung kümmerte sich um den Betrieb der SAP-Basissoftware bei der Bundeswehr. Eine wichtige Funktion. Trotzdem haben Sie nach drei Jahren Ihre Aufgabe abgegeben. Angst vor der eigenen Courage?
Im Gegenteil. Ich habe die Führungsaufgabe zeitweise abgegeben und konzentriere mich jetzt auf eine fachlichere Richtung. Nun leite ich ein Projekt – was ganz ähnliche Fähigkeiten erfordert wie eine Abteilungsleitung. Es gibt einfach noch so viele Themen, in die ich mich vertiefen möchte und ich halte es für wichtig, dass man nicht nur führen kann, sondern auch fachliches Verständnis besitzt. Das kann ich jetzt beides vorantreiben. Und das war mir der Wechsel absolut wert.
Dass ein solcher Wechsel überhaupt möglich ist, ist schon etwas Besonders. Das schätze ich sehr an der BWI. Wer interessiert und engagiert ist, kann sich hier um die vielfältigsten Aufgaben kümmern. Ich selbst habe mich neben dem SAP-Betrieb und dem Thema IT-Sicherheit auch mit Datenbanken beschäftigt und steuere jetzt im „Programm 120plus“, wie es mit der BWI ab 2017 weitergeht. Dann nämlich wird aus dem Unternehmen eine In-House-Gesellschaft des Bundes. Da müssen Verträge neu aufgesetzt, gesellschaftsrechtliche und technische Strukturen konzipiert und finanzielle Aspekte geplant werden. Das hat auch viel mit interner Kommunikation zu tun. Denn auch wenn sich für die Mitarbeiter nicht viel ändert, wollen wir die Unsicherheiten abbauen und Transparenz schaffen. Daran sieht man auch: Karriere in der IT heißt eben nicht nur Programmieren. Hier geht es genauso um Zwischenmenschliches, um Planungen, um Verhandlungsführung oder Vertragsgestaltung. Sehr vielfältig also.

Apropos Vielfalt: Wie lässt sich eine Führungsposition mit Familie und Privatleben vereinbaren?
Das hängt in erster Linie von einem selbst ab, wie man sich seine Zeit einteilt und seine Prioritäten setzt. Und dann sollte da natürlich auch der Arbeitgeber unterstützen. Bei uns gibt es beispielsweise Vertrauensarbeitszeit, keine Stechuhr. Das Ergebnis muss stimmen, aber ob ich zu Hause darauf hinarbeite oder im Büro, ist meine Sache. Wer dynamisch ist, muss eher selbst auf seine Work-Life-Balance achten. Ein gesunder Geist benötigt einen gesunden Körper.
Was die Familie angeht: Ich selbst habe zwar noch keine Kinderpläne, weiß aber von zahlreichen Mitarbeiterinnen, die nur positive Erfahrungen mit der Vereinbarkeit mit ihrem Job gemacht haben. In der Elternzeit springen Kollegen ein und anschließend kehrt man wieder zurück, wechselt vielleicht in einen anderen Fachbereich. Das hat immer gut funktioniert bei der BWI.

Was raten Sie jungen Frauen, die Karriere machen wollen – vor allem in einer von Männern dominierten Branche?
Seien Sie mutig, vertrauen Sie auf Ihre Fähigkeiten. Bloß nicht verstecken! Man lässt sich gerade als Absolventin leicht beeindrucken von tiefem Fachwissen und langjähriger Erfahrung. Beides entwickeln Sie schon selbst noch. Hinzu kommt: Soft Skills sind genauso wichtig. Verhandlungsgeschick, Empathie und Kommunikationstalent bringen viele Frauen einfach schon mit. Das sind keine Kleinigkeiten, sondern ganz entscheidende Kompetenzen. Suchen Sie sich einen Arbeitgeber, der das auch schätzt.
Und suchen Sie sich Vorbilder und Ratgeber aus Ihrem Bekanntenkreis – andere weibliche Führungskräfte beispielsweise. Seien Sie offen und tauschen Sie sich aus, lernen Sie von anderen. Manchmal fehlt nur ein motivierendes Wort, um sich seine Karriereträume zu erfüllen.

BWI Leistungsverbund auf der women&work
Mehr zu Sandra Achilles‘ Arbeitgeber BWI erfahren Sie unter www.bwi-it.de und www.bwi-karriere.de oder treffen Sie die BWI persönlich bei der women&work 2016 am 4. Juni in Bonn an Stand I#5.

>> women&work-Firmenprofil des BWI

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Autor: Melanie Vogel - Futability®

Melanie Vogel, zweifache Innovationspreisträgerin, ist seit fast 20 Jahren passionierte Unternehmerin. Futability®, Innovation und Leadership sind ihre Kernthemen, die sie nicht nur als Dozentin an der Universität zu Köln unterrichtet, sondern auch in Vorträgen, Keynotes, Webinaren und Seminaren mit Unternehmern und Führungskräften teilt. Das von ihr entwickelte "Futability®-Konzept" ist ihre Antwort auf die VUCA-Welt – eine Welt dauerhafter und radikaler Veränderungen. Ihr mit dem NiBB Innovationspreis ausgezeichnetes Buch „Futability® - Veränderungen und Transformationen bewältigen und selbstbestimmt gestalten“ ist im Februar 2016 erschienen und kann online bestellt werden unter www.futability.com. Ihr zweites Buch „Raus aus dem Mikromanagement“ ist seit Februar 2017 unter www.mikro.management erhältlich. Melanie Vogel ist außerdem Initiatorin der women&work, Europas größtem Messe-Kongress für Frauen, der 2012 mit dem Innovationspreis „Land der Ideen“ in der Kategorie Wirtschaft ausgezeichnet wurde. www.melanie-vogel.com

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