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Das Ding mit der Sicherheit

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Das Ding mit der Sicherheit

Schlüssel zur Balance by Hannah Knies

(Von Hannah Knies) Da lag ich nun mit meiner Sommergrippe – als Selbständige zur Untätigkeit gezwungen. Dicker Kopf. Sprechverbot. Antibiotikum. Veranstaltung abgesagt. Gefühlt ging sofort der Traffic auf Facebook runter. Verdammt.Was nun?!

Für mich als fleißigen Steinbock schwer auszuhalten. Selbst wenn sich scheinbar nichts bewegte, konnte ich sonst immer noch etwas tun. Etwas Neues schaffen. Neue Ideen generieren. Neue Ansätze finden. Und mir so wieder das Gefühl geben: Im Außen bewegt sich was. Ich bin noch da.

Jetzt war ich zur Untätigkeit verdammt. Schonung war oberstes Gebot. Ich konnte – ganz und gar wörtlich – nichts tun. Das ließ mich innerlich kochen und kämpfen. Warum ist das so?, fragte ich mich und mein Innerstes flappte mir die Antwort entgegen: Weil Du immer nach Sicherheit gestrebt hast. Und in der Untätigkeit liegt die größte Unsicherheit, die Du Dir nur vorstellen kannst. Stimmte auffallend.

Mein ganzes Angestelltenleben lang war ich immer bemüht, mir Sicherheiten zu schaffen. Zu arbeiten, gutes Geld zu verdienen. Geld zu sparen, Dinge von Wert und Dauer anzuschaffen. Alles, um mich letztlich sicher zu fühlen. Dafür musste ich immer in Bewegung bleiben, durfte nie nachlassen, mich nie fallen lassen. Ich musste immer zu den Besten gehören, immer unter denen sein, die am härtesten arbeiten, im Job am meisten wuppen. Im Team und bei Vorgesetzten anerkannt sein. Alles andere hätte ich nicht ertragen. Alles andere hätte für mich bedeutet: Meine Arbeit ist mir nicht hundertprozentig sicher. Es gäbe die Wahrscheinlichkeit, dass ich ersetzt werden könnte. Eine für mich unerträgliche Vorstellung.

Dieses ständige In-der-Arbeit-kreiseln hatte ich in meine Selbständigkeit mitgenommen. Und das war ja nicht grundsätzlich schlecht. Ganz im Gegenteil. Jetzt, wo ich mein „Baby“ am Start hatte, ging es ja darum, kreativ zu sein, neue Angebote zu schaffen, das Ohr am Puls der Zeit zu haben, neue Strömungen aufzufangen und daraus Dinge zu kreieren, die meine Zielgruppe dann gerne in Anspruch nimmt. Also doch eigentlich alles in Butter. Denkste, Puppe! Die Stolperfalle, die in diesem Konstrukt lauerte, sah so aus: Im Streben nach Sicherheit im Außen konnte ich wunderbar unter den Teppich kehren, dass mir eventuell eine innere Sicherheit fehlt. Das „vergaß“ ich im Tun dann ganz leicht und easy-peasy. Haken: Genau in solchen Momenten der Untätigkeit, wie oben beschrieben, poppte sie gnadenlos hoch, diese innerliche Miss Wackelpudding, die auf keinem festen Boden stand.

Genau das passierte angesichts meiner durch Krankheit bedingten Untätigkeit wieder. Und genau das wühlte mich so auf. Ich stellte dann aber fest, dass ich im Erkennen dieses Musters schon wieder Sicherheit gewann: Ich bin doch verdammt kreativ! Mir wird schon wieder was einfallen, wenn ich wieder fit bin. Und ich bin verdammt stark. Ich habe schon so viele haarige Situationen gemeistert, dass ich nur meine innere Schatzkiste öffnen muss und dann fallen mir schon die Werkzeuge entgegen. Miss Wackelpudding hörte so langsam auf zu zittern und wickelte sich zumindest schon mal in einen wohligen Mantel aus Vanillesoße ein.

Da wurde mir bewusst: Die Lösung meines Ausgangsproblems war lediglich ein kleiner Dreh an der Ausrichtung meines Fokus. Weg von der äußeren Sicherheit. Hin zur inneren Sicherheit. Denn mal ganz im Ernst: Wie viel äußere Sicherheit wollte ich mir denn bauen, bis ich mich wirklich-wirklich sicher fühle? Die Welt verändert sich zu jeder Sekunde, ich hätte also sekündlich nachjustieren und festklopfen, einzementieren und bewachen müssen, was ich mir geschaffen habe. Und selbst dann wäre die Wahrscheinlichkeit recht hoch gewesen, dass doch irgendwann mal einer an meinem Kokon kratzt. Auf Dauer keine Lösung. Und außerdem viel zu anstrengend! Also lautete die Marschroute: Ich baue auf die inneren Stellpfeiler meiner Existenz. Auf meine Kraft. Auf meine Kreativität. Auf mein Strahlen. Auf meinen dreckigen Humor. Auf meinen Spaß an Miteinander und menschlicher Verbundenheit. Auf meine Liebe zum Leben. Mir fällt im Laufe der Zeit bestimmt noch mehr ein.

Fürs erste war das schon mal eine gute Basis. So ging ich einen Salbeitee mit Honig trinken. Und nahm mir fest vor, Miss Wackelpudding in den nächsten Tagen mal zu fragen, ob sie nicht doch auf Miss Felsen umschulen möchte. Könnte ja sein …

Schlüsselzur Balance by Hannah Knies auf der women&work am 17. Juni in Bonn
Besuchen Sie den Stand von Hannah Knies in der Karriere- und Leadership-Lounge oder lassen Sie sich in ihrem PechaKucha-Vortrag „Geschenke im Misthaufen“ um 15 Uhr inspirieren.
Die siebte women&work, Europas größter Messe-Kongress für Frauen, findet am 17. Juni 2017 im World Conference Center in Bonn statt und steht ganz im Zeichen des Themas „Veränderung & Transformation“. Im Fokus von über 50 Vorträgen und Podiumsdiskussionen werden Digitalisierung und Fortschritt thematisiert – ebenso wie die Frage, welche Berufe und Kompetenzen der „Arbeitsmarkt 4.0“ verlangt und welche Folgen die „New Work-Ökonomie“ haben wird. Über 100 Top-Arbeitgeber sind darüber hinaus auf der Suche nach weiblichen Fach- und Führungskräften. Eine Bewerbung für Vier-Augen-Gespräche bei den Unternehmen ist noch bis zum 12. Juni möglich. Zusätzlich  können in der Karriere- und Leadership-Lounge Kontakte zu knapp 100 Netzwerken, Trainern und Coaches geknüpft werden. Und im „Forum Weiterbildung“ dreht sich alles um die Themen Qualifizierung, Wissen und Weiterbildung. Der Messe- und Kongressbesuch ist kostenfrei.

> Weitere Infos auf www.womenadwork.de

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Autor: Melanie Vogel - Futability®

Melanie Vogel, zweifache Innovationspreisträgerin, ist seit fast 20 Jahren passionierte Unternehmerin. Futability®, Innovation und Leadership sind ihre Kernthemen, die sie nicht nur als Dozentin an der Universität zu Köln unterrichtet, sondern auch in Vorträgen, Keynotes, Webinaren und Seminaren mit Unternehmern und Führungskräften teilt. Das von ihr entwickelte "Futability®-Konzept" ist ihre Antwort auf die VUCA-Welt – eine Welt dauerhafter und radikaler Veränderungen. Ihr mit dem NiBB Innovationspreis ausgezeichnetes Buch „Futability® - Veränderungen und Transformationen bewältigen und selbstbestimmt gestalten“ ist im Februar 2016 erschienen und kann online bestellt werden unter www.futability.com. Ihr zweites Buch „Raus aus dem Mikromanagement“ ist seit Februar 2017 unter www.mikro.management erhältlich. Melanie Vogel ist außerdem Initiatorin der women&work, Europas größtem Messe-Kongress für Frauen, der 2012 mit dem Innovationspreis „Land der Ideen“ in der Kategorie Wirtschaft ausgezeichnet wurde. www.melanie-vogel.com

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