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Hochsensible – pures Gold in Beruf und Wirtschaft

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Hochsensible(Von Janine de Penguern-Schott) Im Beruf lassen sich Hochsensible und ihre Potenziale auf den ersten Blick nicht leicht erkennen. So fallen sie schnell durch die groben Maschen der Personalstrategie und auch durch die feineren des Diversity Managements. Fatal, denn damit bleiben in Unternehmen rund 20 Prozent dieser Mitarbeiter mit ihren speziellen Begabungen und Fähigkeiten unentdeckt. Wenn Hochsensible aber als solche erkannt werden und sie ihre Potenziale völlig freisetzen können, gewinnen Unternehmen wertvolle Schlüsselkräfte und sie wachsen wirtschaftlich wie menschlich, auf allen Ebenen. Es lohnt sich also, genauer und aufmerksamer in die Mitarbeiterrunde zu schauen, auf Schatzsuche zu gehen und damit nachhaltig die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens zu fördern und zu stärken.

Wissen Sie, was eine „Denkdusche“ ist?
Nein?

Berechtigterweise werden Sie sich nun fragen, was dies mit „Hochsensibilität“ zu tun hat.

Zuvor aber ein paar Informationen zum Thema:

Allein im Laufe des letzten Jahres hat der Begriff „Hochsensibilität“ stark an Bekanntheit zugenommen. Nahezu in Wochentaktung erscheinen neue Bücher, Internetseiten und Artikel zu dem Thema, es gibt sogar Online-Kongresse. Psychologen, Wissenschaftler und Coaches nehmen sich der Hochsensibilität an, manch einer redet sogar von einem Hype.

Andererseits ist festzustellen, dass nur wenige informiert sind, worum es sich bei Hochsensibilität handelt oder gar welche Merkmale einen hochsensiblen Menschen ausmachen können.

Was ist also Hochsensibilität?

Bereits seit Mitte des 19. Jahrhunderts wurden Facetten des Phänomens unter anderem von Wissenschaftlern wie Dr. C.L.F. Freiherr von Reichenbach, später im 20. Jahrhundert von P.Pawlow, C.G.Jung, J.Kagan und dem Autor E.Schweingruber erforscht und beschrieben, um nur eine Auswahl zu nennen. Doch erst die amerikanische Psychologin Elaine Aron fasste diese Erkenntnisse in den 1990er-Jahren zusammen, erweiterte das Feld maßgeblich um ihre eigenen Forschungen und führte den Begriff „Highly Sensitive Person“ ein, wofür sich mit der Zeit im deutschen Sprachraum die Bezeichnung „hochsensibler Mensch“, kurz HSM, etabliert hat. Aron ist es auch zu verdanken, dass das Thema seitdem zunehmend in der Öffentlichkeit verbreitet wurde.
Geschätzt weisen bis zu 20 Prozent der Menschen Merkmale der Hochsensibilität auf.
Hochsensibilität gilt seit Aron als genetisch bedingtes Persönlichkeitsmerkmal, so wie es z. B. auch der Körperbau oder die Augen- oder Haarfarbe sind. Sie gründet sich unter anderem auf der „sensory processing senisitivity“, d.h. einer erhöhten Sensibilität für sensorische Inputs und deren neuronalen Verarbeitungsprozesse. Damit verfügen Hochsensible über eine überdurchschnittliche hohe Wahrnehmungsfähigkeit von Sinnesreizen, weitergefasst aber auch vom eigenen Körper und Innenleben (Gedanken, Gefühle, Emotionen). Vereinfacht gesagt ist die Filterung von Reizen um ein Vielfaches durchlässiger, und die Reizschwelle liegt bei ihnen niedriger. Sie nehmen Reize dadurch nicht nur deutlich vielseitiger und intensiver auf, sondern verarbeiten diese auch tiefer und länger.

Hochsensibilität ist kein Wunschkonzert oder eine Wahlfreiheit und schon gar keine Krankheit. Sie lässt sich nicht abstellen, oder ändern. Wenn Hochsensible – häufig schon seit Kindesbeinen – dann zu hören bekommen „Sei nicht so sensibel“ oder „Stell dich nicht so an“, später vielleicht auch „Da musst du dich halt abhärten“, könnte man auch ebenso gut einem Menschen mit braunen Augen oder kleinem Körperwuchs sagen, er solle doch bitte endlich grüne Augen haben oder sich gefälligst anstrengen, zu wachsen.

Natürlich sind alle Menschen sensibel, Hochsensible bewegen sich lediglich im oberen Spektrum von Sensibilität. Auch ist es keine Frage von Wertung, ob sie dadurch besser oder schlechter sind. Zudem sind die Facetten der Hochsensibilität individuell sehr unterschiedlich und sie ist natürlich nur ein Teil der Gesamtpersönlichkeit.

Auswirkungen und Blick auf die Medaille

Konkret heißt dies, Hochsensible nehmen die Welt und sich selbst insgesamt ausgesprochen intensiv wahr, nämlich wie Elena Herdieckerhoff in ihrem Ted-Talk-Vortrag dieses Jahres so treffend sagte, in „voller Bandbreite und in Technicolor“. Viele Hochsensible erreichen mit dieser Flut an Informationen, die sie nicht bewusst eindämmen können, schnell ihre persönlichen Limits. Und so wird vieles einfach „zu …“: es ist zu laut, das Licht zu grell, es gibt zu viele Eindrücke auf der Straße, im Büro, zu starke Gerüche, zu viele Menschen, zu viele Stimmungen sind spürbar, es geht zu viel gleichzeitig durcheinander etc. Für Hochsensible bedeutet das, ständig in einer Art Dauer-Analyse-Zustand all dieser Inputs zu sein und diese im Turbobetrieb auf unzähligen simultan geschalteten Kanälen zu verarbeiten. Nicht nur sind deswegen viele hochsensible „Arbeitsspeicher“ schneller voll, es fordert auch noch reichlich Energie!

Bei Befragungen von Hochsensiblen und meinen Recherchen zeigte sich immer wieder, dass sie ihr Anderssein meist schon frühzeitig erlebten, spätestens dann aber in der Schule erkannten. Sie versuchten, meist schon ihr Leben lang, sich konstant mit großer Anstrengung an eine scheinbar für andere klare Norm anzupassen.
Grundlegend begleiteten sie Fragen wie: Was stimmt mit mir nicht? Bin ich irgendwie krank, gestört, unfähig? Warum ist für mich das Leben, besonders eben auch das Berufsleben, so anstrengend? Warum schaffe ich nicht so viel wie andere? Warum kann ich nicht schneller arbeiten? Warum bin ich so schnell müde?
Und logisch, ihnen ist in diesem Fall die eigene Hochsensibilität völlig unbekannt und sie wissen schlichtweg nicht, dass sie anders als ihre Umwelt „ticken“.

Die Folgen hieraus sind leicht nachzuvollziehen und können sich äußern in:

  • Reizüberflutung,
  • schneller Ablenkbarkeit,
  • Schwierigkeiten beim Priorisieren,
  • geringerer Stressresistenz,
  • Neigung zu Überempfindlichkeiten,
  • Abgrenzungsschwächen,
  • Neigung zu Überreaktion,
  • häufigem Bedürfnis nach Rückzug,
  • längere Regenerationszeit,
  • Überforderungsgefühle von „Nicht genügen“.

Auch wenn hier zum besseren Verständnis generalisiert wird, möchte ich doch darauf hinweisen, dass natürlich nicht ein Hochsensibler dem anderen gleicht. Das Erleben der o.g. Phänomene variiert von selten bis häufig, von schwach bis stark und dazwischen sind alle Schattierungen und Kombinationen möglich.

Die Vorderseite der Medaille

Wenn Hochsensible sich noch nicht als solche erkannt haben und dann, wie und wo auch immer, auf die Beschreibung und Definition von Hochsensibilität stoßen, setzt fast immer schlagartig ein massiver Umdenk- und Umlernprozess ein. Das eigene Leben, die gesammelten Erfahrungen und das Selbstbild werden auf den Prüfstand gestellt und erfahren schließlich eine regelrechte Neudeutung bzw. Neubewertung. Unter diesem neuen Blickwinkel betrachtet kommt es für Hochsensible zu einer ganzen Reihe von Aha-Momenten. Sie stellen nämlich fest, dass sie nicht fehler- oder mangelhaft sind, sondern einfach anders, dass sie sich und ihre Umwelt eben auf andere Weise wahrnehmen und erleben. Dadurch steigt ihre Selbsteinschätzung und -bewertung positiv an, sie verstehen, was ihnen förderlich ist und was nicht, und sie erlernen somit einen neuen Umgang mit den Merkmalen ihrer Hochsensibilität.

Im Laufe dieses Prozesses der Selbstfindung rücken dann auch ihre Stärken aus dem Schattendasein immer weiter ins Licht. Indem sie den eigenen Fokus verstärkt auf die positiven Eigenschaften – ich möchte schon sagen Talente – ausrichten, die ihre Hochsensibilität ausmachen, steigt ihr Selbstvertrauen, erkunden sie neue Möglichkeiten und ihr Blick auf die die Welt wird deutlich positiver und optimistischer.

Die Liste ihrer Stärken ist lang, denn Hochsensible haben enorm viel zu bieten:

  • hohes Ausdauervermögen,
  • Verlässlichkeit und Gewissenhaftigkeit,
  • hoher Leistungswillen,
  • hohe Einsatzbereitschaft,
  • Ausrichtung auf Wachstum und ständiger Verbesserung,
  • sehr gute Wahrnehmung auch von Details,
  • tiefe Reflexion,
  • Denken in großen Zusammenhängen,
  • hohe Kreativität,
  • Empathie,
  • Teamgeist und kooperatives Verhalten,
  • starker Gerechtigkeitssinn,
  • Loyalität,
  • ethische Grundhaltung,
  • starke Werteorientierung,
  • Intuition und Feinfühligkeit,

Hochsensibilität im Arbeitskontext

Trotz ihrer Stärken finden sich Hochsensible oft im Rahmen des Berufs schwer zurecht. In einer Welt, in der Konkurrenz, Ellbogenmentalität, die Formel „schneller, weiter, höher“, also Leistungs- und Erfolgsdruck vorherrschen, können sie ihre Fähigkeiten oft nicht einsetzen und „gehen unter“.

Im beruflichen Umfeld kommt Ihnen häufig die typische Veranlagung von Hochsensiblen, der „Slow-to-warm-up-Effekt“, in die Quere. Das heißt, sie brauchen länger, um in die „Gänge“ zu kommen, z. B. sich mit einer neuen Aufgabe vertraut zu machen, bevor sie loslegen. Denn erst beobachten und analysieren sie genau –  und dafür braucht es eben eine gewisse Zeit. Aber einmal angefangen, steigen sie völlig ein und bleiben sie dran.
Vergleichbar ist dies mit dem Vorgehen eines Fährtenlesers, der in der Wildnis alles bis ins Detail aufnimmt und interpretiert, wo doch augenscheinlich nur Bäume und Laub zu sehen sind. Erst wenn er alle relevanten Informationen analysiert hat, schlägt er zielsicher den richtigen Weg ein, verfolgt die aufgenommene Spur und bleibt wachsam für alle neuen Informationen, die einen Richtungswechsel nötig machen könnten.

Da übernimmt ein Mitarbeiter aufgrund seiner Feinfühligkeit und Empathie ganz nebenher – sozusagen zwischen Tür und Angel –  innerbetriebliche diplomatische Dienste, weil er versteht, wie und warum sich zwischen den Kollegen unnötige Spannungen aufgebaut haben, die mittlerweile schon die Arbeit behindern. Wie bei vielen Hochsensiblen steht auch für diesen Mitarbeiter der Mensch und die Gemeinschaft im Vordergrund und er sucht als geborener Mediator nach gemeinsamen Lösungen. So bleiben vielleicht ein paar Mails unbeantwortet, aber der Haussegen im Unternehmen hängt wieder gerade. Doch das wird selten als Arbeitsleistung wahrgenommen und genauso selten schreiben sich die derart „undercover“ arbeitenden Hochsensiblen diese Leistungen auf ihre Fahne.

Nicht immer sehen Kollegen und Vorgesetzte solche oder auch andere Verhaltensweisen der Hochsensiblen positiv oder nehmen sie überhaupt wahr, sodass hochsensible Menschen ihren beruflichen Alltag eher als Hürdenlauf erleben. Im schlimmsten Fall nehmen sie sich komplett zurück, wollen nicht unangenehm auffallen, niemanden auf die Füße treten und arbeiten lieber im Hintergrund. So bleiben sie häufig weit unter ihren eigentlichen Fähigkeiten und Möglichkeiten, was sich zum Teil auch in einem vergleichsweise niedrigen Gehaltsniveau widerspiegelt.

Dabei gehen für das Unternehmen betrieblich lebenswichtige Fähigkeiten, Talente und Potenziale eines solchen Mitarbeiters verloren.

Es reicht, die obige Liste durchzugehen oder an den Fährtenleser zu denken.
Es reicht der Gedanke, dass hier Menschen übersehen und vergessen werden, die nicht nur mit Herz und Engagement an Produkten und Serviceleistungen arbeiten wollen, sondern genauso am Wieder-Mensch-Werden für alle im Unternehmen.

Und hier geht es nicht um ein paar einzelne Ausnahmen. Wir sprechen von etwa einem Fünftel der gesamten Belegschaft, rund 20 Prozent des gesamten Unternehmens, in allen Etagen!

Wer kann sich das in der heutigen Situation menschlich und wirtschaftlichen leisten? Wer kann sich eine solche Verschwendung erlauben? Heute verlieren Unternehmen durch ungenügende Förderung ihrer hochsensiblen Mitarbeiter womöglich die Chancen für Wachstum und wirtschaftlichen Erfolg – und das in Zeiten zunehmenden Fachkräftemangels und demographischen Wandels!

Harsche Worte, das gebe ich zu, aber das ist die Realität.

Wie Schätze zu finden sind

Hochsensible brennen darauf, ihre analytischen, kreativen und empathischen Fähigkeiten einzubringen und damit einen wichtigen Beitrag für das Unternehmen zu leisten.

Sei es nun, indem sie sensibel eine verzwickte Situation mit dem Hauptkunden auflösen, mit ihren feinfühligen Antennen schon frühzeitig Misstöne im Betriebsklima ausmachen oder zunächst unscheinbare Fehler aufdecken, die sich als genau diejenigen Sandkörner im Getriebe erweisen, die es zu entfernen gilt, damit das Unternehmen wieder schnurrt, wächst und gedeiht.

Hochsensiblen ist es möglich, aufgrund ihrer verringerten Filterung von Reizen auf eine überdurchschnittlich große Menge an gespeicherten Informationen zu zugreifen. Gepaart mit ihrer generellen Veranlagung zum Bild- und Lateraldenken – also quer und um-die-Ecke-denken –  erfassen sie sehr schnell und detailliert komplexe Zusammenhänge, das Gesamtbild, wo andere wahrscheinlich zunächst nur voneinander unabhängige Einzelheiten sehen. In Hinblick z. B. auf eine bestimmte betriebliche Fragestellung, können sie somit die eigenen und externen Informationen rapide scannen, abgleichen, assoziativ verknüpfen, neu zusammenfügen und damit zu erstaunlichen neuen Ergebnissen kommen.

Hochsensible verlassen damit automatisch bekannte Denkmuster und fördern kreative Prozesse in allen Bereichen, in denen Verbesserungen, Innovationen und neue sinnvolle Entscheidungen gefragt sind. Ihre Eigenschaften sind von maßgeblicher Bedeutung, denn Unternehmen können dadurch Faktoren wie ihre Alleinstellungsmerkmale optimieren, qualitativ höhere Kundenvorteile schaffen und nachhaltig strategische Wettbewerbsvorteile aufbauen, von denen sie konkret wirtschaftlich profitieren. Damit Hochsensible eben zu ihrer Höchstform auflaufen können, braucht es allerdings einige wichtige Startbedingungen.

Der vorrangigste Faktor ist dabei sicherlich, dass einerseits der Mitarbeiter Kenntnis von seiner eigenen Hochsensibilität haben muss und andererseits der Vorgesetzte über das Thema informiert ist, denn man kann nur erkennen, was man auch weiß. Hochsensible lernen dadurch ihre speziellen Bedürfnisse kennen und können ausmachen, welche Arbeitsumstände, -inhalte und -formen für sie förderlich sind, kurz, was sie benötigen, um durchzustarten. Von Seiten des Vorgesetzten braucht es Aufmerksamkeit und Beobachtung, zunächst sicher auch Verständnis für die Situation seines hochsensiblen Mitarbeiters. Spätestens hier dürfte klarwerden, dass sich die Situation nicht von allein verändert und eine Idealvariante nicht einfach vom Himmel fällt. So müssen also auch beide Seiten zueinander finden, miteinander ins Gespräch kommen, denn es gilt, mit Engagement und in gegenseitiger Wertschätzung nach den Stellschrauben für eine Verbesserung der Arbeitsumstände zu suchen.

Genau betrachtet geht es darum, dass beide Parteien ihre Verantwortung im Arbeitsbereich übernehmen. Damit sind Vorgesetzte aufgefordert, sich ernsthaft für ihre hochsensiblen Mitarbeiter zu interessieren, auf sie zu zugehen, ihnen dabei zu helfen, Stolpersteine beiseite zu räumen und den Weg frei zu machen, damit sie ihre Stärken und Talente vollständig entwickeln können.
Und Hochsensible sind aufgefordert, sich ein Herz zu fassen, aus ihrer Deckung zu kommen und für sich und ihre Bedürfnisse, für ihre Werte und Gaben einzustehen und sich authentisch einzubringen, so wie sie sind.

Wenn Hochsensible derart erkannt und wahrgenommen werden, sie dadurch idealerweise ihren richtigen Platz finden, sprich die richtige Position und Umgebung, blühen sie auf. Sie können endlich offiziell ihr gesamtes Potenzial entfalten und sind wahre Schätze.

Ein kurzer Blick in die Zukunft

Inzwischen setzen sich auch Firmen wie Manpower und StepStone, aber auch Internet-Ratgeber, Zeitschriften, Bücher und Forschung immer mehr mit dem Thema hochsensibler Mitarbeiter und Führungskräfte auseinander, das heißt mit deren Potenzialen, Vorteilen und Chancen für ein Unternehmen heute und morgen.

Schon letztes Jahr hat Joseph Kessels, Professor für Human Ressource Developement der Universität Twente (NL), in seinem Vortrag „You can’t be smart against your will“ auf der Messe „Zukunft Personal“ Eigenschaften von Mitarbeitern aufgezeigt, die in Rahmen von New Work, der morgigen Arbeitswelt, grundlegend notwendig sein werden und wie mir schien, interessanterweise genau mit denen von Hochsensiblen übereinstimmen. Auf meine Frage, ob diese Übereinstimmung nur meine Beobachtung sei, antwortete er, dass sie tatsächlich existiere; dies sei der Grund, weshalb z. B. in der Firma Kessels & Smit gezielt auch Hochsensible gesucht und eingestellt werden.

In einer zunehmend komplexeren Wirtschaft, in der Unternehmen immer schneller agieren und reagieren müssen, in der Unsicherheit zunimmt und gleichzeitig Vorhersehbarkeit und Planbarkeit abnehmen, also in einer VUCA-World, ist für Firmen und Konzerne die Beschäftigung mit der Zukunftsfähigkeit sicher alles andere als ein nebensächlicher Luxus.
Der erste Schritt in Richtung Zukunft fängt heute, hier und jetzt an, in jedem Unternehmen, in jeder Abteilung. Und der erste Schritt bedeutet, Vielfalt zu akzeptieren und zu verstehen, wie wichtig Menschen mit Visionen, mit Empathie und ethischer Ausrichtung, mit Flexibilität und Kreativität, das heißt, wie wichtig Hochsensible für unsere Unternehmen sind!

Wir alle brauchen deswegen möglichst häufig eine „Denkdusche“… für ein Um- und Neudenken in unserer Wirtschaft, für zukunftsfähige Unternehmen und für ein tragfähiges betriebliches und menschliches Miteinander in der Arbeitswelt von morgen.

Und Hochsensible werden maßgeblich dazu beitragen.

Quellen und Literatur:

  • Elaine N. Aron: Sind Sie hochsensibel? Wie sie Ihre Empfindsamkeit erkennen, verstehen und nutzen. mvg Verlag, München 2013
  • Ulrike Hensel: Mit viel Feingefühl. Hochsensibilität verstehen und wertschätzen. Junfermann Verlag, Paderborn 2013
  • Ronald Lengyel: Wirtschaftsfaktor: Hochsensibilität. Wahrnehmung und Einschätzung von Hochsensibilität in Beruf, Verlag Pesermo, Waldneukirchen 2013
  • Dr. Marianne Skarics: Sensibel kompetent. Zart besaitet und erfolgreich im Beruf. Festland-Verlag, Wien 2007
  • Ulrike Hensel: Unterschätzte Mitarbeiter. Starke Sensible. In: managerSeminare, Heft 219, Juni 2016
  • Mona Suzan Pfeil: Das ungenutzte Potential in Unternehmen: Die Stärken hochsensibler Menschen erkennen und besser nutzen. Auf www.wissen-karriere.com 18.06.2015
  • http://www.hochsensibel.org
  • www.eliane-reichardt.de Hochsensitiv – Hochbegabt – Synästhet?

 

Über Janine de Penguern-Schott
jdpNach langjähriger Tätigkeit im Verkauf und in der Tourismusbranche, zum Teil auf Führungsebene, verbinde ich heute meine Erfahrung und Kompetenzen, meine Liebe und Leidenschaft im Bereich von Unternehmensberatung, Personal Coaching und Weiterbildung. Neben Gebieten wie neue Organisations- und Arbeitsformen liegt mir eben besonders auch speziell das Thema „Hochsensibilität“ und – wie sie gemerkt haben – noch spezieller das Thema „Hochsensibilität im Beruf“ am Herzen. So setze ich mich einerseits maßgeblich für die Informationsverbreitung und Aufklärung in diesem Bereich ein und bin andererseits aus Überzeugung Brückenbauerin zwischen berufstätigen Hochsensiblen und den Unternehmen, in denen sie tätig sind.
Ich unterstütze beide Seiten dabei, konkret Arbeitsumstände, Verhalten und Kommunikation konstruktiv und nachhaltig zu verbessern und mit Freude und Engagement gemeinsam erfolgreich zu werden.

Auf der women&work am 17. Juni in Bonn finden Sie mich an Stand K39 – J.DP COACHING – Janine de Penguern-Schott. Kommen Sie doch einfach vorbei. Für Fragen zum Thema oder zu mir und für zusätzliches Informationsmaterial. Ich freue mich auf Sie!

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Autor: Melanie Vogel - Futability®

Melanie Vogel, zweifache Innovationspreisträgerin, ist seit fast 20 Jahren passionierte Unternehmerin. Futability®, Innovation und Leadership sind ihre Kernthemen, die sie nicht nur als Dozentin an der Universität zu Köln unterrichtet, sondern auch in Vorträgen, Keynotes, Webinaren und Seminaren mit Unternehmern und Führungskräften teilt. Das von ihr entwickelte "Futability®-Konzept" ist ihre Antwort auf die VUCA-Welt – eine Welt dauerhafter und radikaler Veränderungen. Ihr mit dem NiBB Innovationspreis ausgezeichnetes Buch „Futability® - Veränderungen und Transformationen bewältigen und selbstbestimmt gestalten“ ist im Februar 2016 erschienen und kann online bestellt werden unter www.futability.com. Ihr zweites Buch „Raus aus dem Mikromanagement“ ist seit Februar 2017 unter www.mikro.management erhältlich. Melanie Vogel ist außerdem Initiatorin der women&work, Europas größtem Messe-Kongress für Frauen, der 2012 mit dem Innovationspreis „Land der Ideen“ in der Kategorie Wirtschaft ausgezeichnet wurde. www.melanie-vogel.com

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