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Think manager – still think male?

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Think manager – still think male

(Von Female Leadership Development) Die Medien zeichnen ein klares Bild: „Genau so wenige Frauen an der Spitze wie vor 10 Jahren (Spiegel Online, 21.01.2016), „Männliche Monokulturen – der deutsche Vorstand bleibt maskulin (N-TV, 05.07.2016). Aber wie sieht es tatsächlich aus, mit dem Anteil der Frauen im Top oder Mittleren Management? Greift das Gesetz zur gleichberechtigten Teilhabe von Frauen und Männern in Führungspositionen? Wie wird es akzeptiert? Wo liegt die Frauenquote in Deutschland im europäischen Vergleich? Und wie unterscheidet sie sich in Abhängigkeit von den Branchen?

Gesetz zur gleichberechtigten Teilhabe von Frauen und Männern in Führungspositionen – in der Umsetzung in vielen Unternehmen noch nicht angekommen

Das Gesetz zur Frauenquote ist am 01. Mai 2015 in Kraft getreten und wurde schon vor seinem Beschluss in Politik, Medien und Wirtschaft kontrovers diskutiert. Die Initiative FidAr Frauen in die Aufsichtsräte e. V hat dazu in 2015 eine Befragung unter den von der Quoten- bzw. Zielgrößenregelung betroffenen Unternehmen durchgeführt. 185 weibliche und männliche Vorstände haben an der Befragung teilgenommen. Ein wesentliches Ergebnis: Ein Großteil der Unternehmen (55%) sind sich nicht darüber bewusst, dass sie von der Regelung betroffen sind und nur wenige haben die vorgesehenen Zielgrößen bis zu diesem Zeitpunkt verabschiedet.

Akzeptanz der Frauenquote heterogen

Eine gesetzliche Verpflichtung zur Festlegung von Zielgrößen wird laut der Befragung der 185 Vorstände mehrheitlich abgelehnt. Ein zentraler Grund hierfür ist, dass die gesetzliche Regelung als staatliche Bevormundung empfunden wird (FidAr Frauen in die Aufsichtsräte e.V., 2015). Allerdings werden entgegen der grundsätzlich kritischen Haltung auch Chancen in dem Gesetz gesehen: Steigerung der Arbeitgeberattraktivität, stärkere Gleichberechtigung sowie eine Erhöhung des Unternehmenserfolgs.

Bild für blog women&work

Status Quo im Top Management in Deutschland nach wie vor ernüchternd

Laut dem Deutschen Institut für Wirtschaftsförderung (DIW, 2016) erreichten den Schwellenwert von 30 % Frauen im Aufsichtsrat nur 19 % der Top-200-Unternehmen. Im europäischen Vergleich liegt Deutschland damit auf Platz 10. Deutlich höhere Werte erreichen Norwegen (44%), Island (36%) und Frankreich (33%). Bei Betrachtung der Vorstandsebene verschlechtert sich das Bild weiter: Zwar waren weibliche Vorstandsmitglieder in 25,9 % der Vorstände der Top-200-Unternehmen vertreten, in Summe waren aber nur 6,3% der Mitglieder Frauen.

Deutliche Unterschiede bei der Betrachtung nach Wirtschaftszweig und Unternehmensgröße

Das Kompetenzzentrum Frauen im Management der Hochschule Osnabrück hat die Verteilung innerhalb der deutschen Unternehmenslandschaft im Rahmen einer Erhebung von 225.000 Unternehmen im Jahre 2015 analysiert. Dabei zeigen sich große Differenzen zwischen einzelnen Branchen: Das Gesundheits- und Sozialwesen weist im Top Management eine starke weibliche Besetzung auf (24%), jedoch sind Frauen im Verhältnis zum Beschäftigtenanteil (80%) nicht adäquat repräsentiert. Handel (12%), Dienstleistungen (9%) und verarbeitendes Gewerbe (8%) bewegen sich im Mittelfeld. Schlusslichter sind die Finanz- und Versicherungsbranche (7%) sowie die Energiebranche (5%). Insgesamt zeigt sich: Je größer das Unternehmen, desto weniger Frauen befinden sich anteilig im Top Management. Klare und steilere Hierarchien scheinen den Frauen den Aufstieg schwerer zu machen.

Wirtschaftliche Kennzahlen sind eindeutig

Zahlreiche Studien belegen den höheren wirtschaftlichem Erfolg von Unternehmen mit weiblicher Beteiligung in Executive Boards gegenüber Unternehmen mit geringer oder ohne weibliche Beteiligung. Die Eigenkapitalrendite ist auf Basis der Vergleichsjahre 2007-2009 im Durchschnitt um 41% höher und die operative Umsatzrendite sogar um 56% (McKinsey 2010). Bei steigendem konstanter Besetzung mit drei oder mehr Frauen im Board of Directors der Fortune 500 sind die Zahlen noch beeindruckender: Umsatzrentabilität +84%, Gesamtkapitalrendite +60% und Eigenkapitalrendite +46% (Catalyst 2011). Betrachtet wurden hier die Jahre 2004-2009.

Frauen führen stärker transformational

Auch wenn das vorherrschende Bild der erfolgreichen Führungskraft immer noch stark mit typisch männlichen Eigenschaften verknüpft wird, erfordern Demografischer Wandel sowie der damit einhergehende War of Talents und die Generation Y verstärkt andere Führungskompetenzen. Das transformationale Führungsverständnis spricht den ganzen Menschen an. Es weckt Begeisterung und erzielt bessere Ergebnisse durch Sinnstiftung, Vorbildfunktion, Anerkennung der Einzigartigkeit sowie individuelle Förderung und Motivation. Frauen erzielen in allen Aspekten der transformationalen Führung eine signifikant positivere Einschätzung. Zudem zeigt sich ein signifikanter Zusammenhang zwischen transformationaler Führung und innovativem Verhalten der Mitarbeiter (Eagly, Johannesen-Schmidt & van Engen, 2003; Mandell & Pherwani, 2003). Die Innovations- und Anpassungsfähigkeit von Unternehmen sichert deren Überleben in der Zukunft mehr denn je.

Fazit

In Zeiten des Demografischen Wandels, der stetig wachsenden Globalisierung und zunehmenden Digitalisierung bleibt das Thema mehr Frauen in Führungspositionen brandaktuell. ‚Mixed Leadership for more success’ – unser Slogan bringt es auf den Punkt: Wir sind der Überzeugung, dass die Kombination von männlichen und weiblichen Führungsqualitäten für die erfolgreiche Zukunft von Unternehmen unverzichtbar ist.

Die genannten Zahlen sprechen für sich – es bleibt noch viel zu tun.

 

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Literaturhinweise:

  • Bisnode & Kompetenzzentrum Frauen im Management (2015). Frauen im Management.
  • Boes, A., Bultemaier, A., Trinczek, R. (Hrsg.) (2013). Karrierechancen von Frauen erfolgreich gestalten. Springer: Wiesbaden.
  • Bundeszentrale für politische Bildung (2015). Bevölkerungsentwicklung und Altersstruktur. Abgerufen von http://www.bpb.de/nachschlagen/zahlen-und-fakten/soziale-situation-in- deutschland/61541/altersstruktur?zahlenfakten=detail
  • Bundesagentur für Arbeit (2015). Der Arbeitsmarkt in Deutschland – Fachkräfteengpassanalyse. Angerufen von https://www.statistik.arbeitsagentur.de/Statischer-Content/Arbeitsmarktberichte/Fachkraeftebedarf-Stellen/Fachkraefte/BA-FK-Engpassanalyse-2015-12.pdf
  • Catalyst (2011). Gender and Corporate Social Responsibility: It’s a Matter of Sustainability.
  • Catalyst (2013). Why Diversity Matters.
  • DIW Berlin (2016) Managerinnen-Barometer; Top 200 Unternehmen nach Umsatz, exklusive Finanzsektor
  • Eagly, A.H., Johannesen-Schmidt, M.C. & van Engen M.L. (2003). Transformatinal, transactional, and Laissez-faire Leadership Styles: A Meta-Analysis comapring Women and Men. Psychological Bulletin, 129, 4, 569-591.
  • FidAr Frauen in die Aufsichtsräte e.V. (2015). Stimmungsbarometer zum Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen.
  • Mandell, B. & Pherwani, S. (2003). Relationship between emotional intelligence and transformational leadership style: a gender comparison. Journal of Business and Psychology, 17, 3, 387-404.
  • McKinsey (2010). Women matter 2010: Women at the top of corporations: Making it happen.
  • Reuvers, M., van Engen, M.L., Vinkenburg, C.J. & Wilson-Evered, E. (2008). Transformational Leadership and Innovative Work Behaviour: Exploring the Relevance of Gender Differences. Creativity and Innovation Management, 17, 3, 227-244.

 

 

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Autor: Melanie Vogel - Futability®

Melanie Vogel, zweifache Innovationspreisträgerin, ist seit fast 20 Jahren passionierte Unternehmerin. Futability®, Innovation und Leadership sind ihre Kernthemen, die sie nicht nur als Dozentin an der Universität zu Köln unterrichtet, sondern auch in Vorträgen, Keynotes, Webinaren und Seminaren mit Unternehmern und Führungskräften teilt. Das von ihr entwickelte "Futability®-Konzept" ist ihre Antwort auf die VUCA-Welt – eine Welt dauerhafter und radikaler Veränderungen. Ihr mit dem NiBB Innovationspreis ausgezeichnetes Buch „Futability® - Veränderungen und Transformationen bewältigen und selbstbestimmt gestalten“ ist im Februar 2016 erschienen und kann online bestellt werden unter www.futability.com. Ihr zweites Buch „Raus aus dem Mikromanagement“ ist seit Februar 2017 unter www.mikro.management erhältlich. Melanie Vogel ist außerdem Initiatorin der women&work, Europas größtem Messe-Kongress für Frauen, der 2012 mit dem Innovationspreis „Land der Ideen“ in der Kategorie Wirtschaft ausgezeichnet wurde. www.melanie-vogel.com

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