women&work

Europas größter Karriere-Event für Frauen

Hinterlasse einen Kommentar

HeadhunterWie ticken eigentlich Personalberater und Headhunter und was wünschen diese sich von „idealen“ Kandidaten? Wir haben dazu jemanden befragt, die es wissen muss: Viktoria Balensiefen, selbst Headhunterin.

Viktoria, als Personalberaterin und Headhunterin beschäftigst Du Dich seit vielen Jahren mit den Lebensläufen Jobsuchender. Worauf sollten insbesondere Frauen achten, damit die eigene Jobsuche erfolgreich verläuft?

Drei Punkte möchte ich Frauen ans Herz legen:

  1. Ziele setzen, Eckpunkte definieren
    Vor der eigentlichen Bewerbung sollten die Bewerberinnen wissen, was sie wollen und was sie nicht wollen. Genauer gesagt: welches ist ihr nächstes berufliches Job-Ziel, ihre Kriterien an den nächsten Job, was genau sind ihre Kompetenzen und wo liegen ihre Gehaltswünsche.
  2. Inhalte und Erfolge der aktuellen Stelle klar nennen
    Viele schreiben im Lebenslauf nur ihren Job-Titel rein. Diese Titel sind aber zum Einen von Unternehmen zu Unternehmen unterschiedlich – und dazu dann oft auch nichtssagend ohne weitere Ergänzung. Wichtig ist dann, zu diesen Positionen die wesentlichen Aufgaben zu notieren. Ich empfehle auch dringend Details zum Verantwortungsbereich (Budget, Personal und zu Interaktionen mit anderen Abteilungen oder externen Stellen. Und vor allem: welche Erfolge hat man erreicht, z.B. mit bestimmten Projekten oder überhaupt im Rahmen der Position. Das kann eine Umsatzsteigerung sein, die pünktliche Einführung von neuen IT-Tools, die Weiterentwicklung der Abteilung etc. Gerade Frauen haben manchmal das Gefühl, sie würden dann „angeben“ oder sich unangenehm anbiedern und „vermarkten“. Dem ist überhaupt nicht so. Es geht uns Personalberatern und unseren Kunden schlicht darum zu erkennen, was hat der Bewerber in der aktuellen und den letzten beiden Positionen gemacht, wie ist seine berufliche Entwicklung gelaufen?
  3. Bewerben
    Gerade Frauen glauben, sie müssten mindestens 100% der Stellenanforderung erfüllen. Dabei wissen vor allem wir Personalberater: die Stellenbeschreibung ist meist ein Wunsch-Rezept der Fach-Abteilung. Die Realität sieht oft anders aus. Sprich: diese „eierlegende Wollmilch-Sau“ gibt es fast nie. Daher beraten wir beide Seiten: den Kandidaten und die Unternehmen. Unsere Erfahrung zeigt: wenn der Kandidat das Potenzial und die passende Persönlichkeit hat, verzichtet ein Unternehmen ggf. auch auf eine „Zutat“.

Mein Appell daher: ab 50% mutig bewerben!

Welche Rolle können Headhunter dabei spielen?

Wir Headhunter und Personalberater suchen ja meist von uns aus auf dem Markt, welchen Kandidaten wir ansprechen wollen und wen wir zu einer Bewerbung begeistern wollen. Sichtbarkeit und vor allem die Ansprechbarkeit sind wichtige Punkte – hier helfen gepflegte Profile in den typischen Online-Medien wie Xing und LinkedIn. Übrigens: wir freuen uns vor allem über aktive Kandidaten, die reagieren und rasch mit uns in Kontakt kommen – gerade bei den Top-Positionen machen die schnellen Kandidaten das Rennen.
Durch unsere neutrale Position können wir den Bewerberinnen oft nach dem ersten Interview schon ein unabhängiges und direktes Feedback. Auch aus eigenem Interesse sagen wir meist sehr schnell: geht, geht vielleicht, geht gar nicht.
Und wenn man dann freundlich nachfragt, kann man sich als Bewerber oft auch einen Tipp abholen, was man besser machen kann oder welche Ratschläge der Berater hat. Hier kommen oft tolle Impulse raus, also einfach fragen!

Welche Strategien können Frauen helfen, dem eigenen Traumjob näher zu kommen?

  • Klarheit erhalten über die eigenen Wünsche, Motivationen und Bedürfnisse
  • Die Job-Suche wie einen „Job“ betrachten, also professionell, konzentriert und mit Energie betreiben
  • Netzwerke aufbauen und pflegen
  • Helfen lassen, wenn es eine Dauer-Blockade gibt: Wenn einfach nichts mehr klappt, kann ein externer Profi vielleicht helfen –

 Auf welche Do’s und Dont’s sollten Frauen im Bewerbungsgespräch achten?

Prima finde ich klare strukturierte Aussagen. Wenn diese unterstützt werden von Zahlen, Daten, Fakten und Beispielen, die die Frau als Notizen vorbereitet hat, gefällt mir das auch gut – es zeigt ihre professionelle Einstellung.

Unprofessionell kommt sicherlich das Dauer-Lächeln aus Unsicherheit mit „Köpfchen schräg halten“. So kann frau sich weder gut präsentieren. Geschweige denn ein top-Gehalt. Manche Frauen verhalten sich unbewusst so. Diese „netten“ Frauen möchte ich gerne erinnern, dass sie hier nicht die neue Freundin suchen und geradezu in die „Hab-mich-Lieb-Falle“ gerannt sind. Im Beruf geht es schlicht um den Deal „meine Fähigkeiten gegen Dein Gehalt“ – wer zu unterwürfig ist, ist nicht auf Augenhöhe!

Komisch finde ich es immer, wenn ein Bewerber keine Fragen zum Unternehmen oder zur Position hat. Auch wenn es eher an der Schüchternheit liegt und nicht Einfallslosigkeit oder Desinteresse ist. Ein bisschen Neugierde und echtes Interesse möchte ich schon sehen. Hier hilft die gezielte Vorbereitung von Fragen, die für die Bewerberinnen wichtig sind. Zum Beispiel, wie die Abteilung strukturiert ist, warum die Stelle vakant ist, wie das Unternehmen langfristig seine Marktführerschaft behalten will und ähnliches.

Am 17. Juni 2017 bist du auch auf der women&work. Mit welchen Fragestellungen können die Besucherinnen zu Dir an den Stand (K52 in der Karriere- und Leadership-Lounge) kommen?

Bei mir sind Sie richtig mit allen Fragen rund um die Suche nach dem Wunsch-Job und Ihre Fragen rund um die gelungene Bewerbung. Und natürlich auch einfach zum Kennenlernen!

 

Über die women&work

Die siebte women&work, Europas größter Messe-Kongress für Frauen, findet am 17. Juni 2017 im World Conference Center in Bonn statt. Über 100 Top-Arbeitgeber sind  hinaus auf der Suche nach weiblichen Fach- und Führungskräften. Eine Bewerbung für Vier-Augen-Gespräche bei den Unternehmen ist noch bis zum 12. Juni möglich. Zusätzlich  können in der Karriere- und Leadership-Lounge Kontakte zu knapp 100 Netzwerken, Trainern und Coaches geknüpft werden. Und im „Forum Weiterbildung“ dreht sich alles um die Themen Qualifizierung, Wissen und Weiterbildung.

Der Messe- und Kongressbesuch ist kostenfrei.

> Weitere Infos unter www.womenandwork.de

Advertisements

Autor: Melanie Vogel - Futability®

Melanie Vogel, zweifache Innovationspreisträgerin, ist seit fast 20 Jahren passionierte Unternehmerin. Futability®, Innovation und Leadership sind ihre Kernthemen, die sie nicht nur als Dozentin an der Universität zu Köln unterrichtet, sondern auch in Vorträgen, Keynotes, Webinaren und Seminaren mit Unternehmern und Führungskräften teilt. Das von ihr entwickelte "Futability®-Konzept" ist ihre Antwort auf die VUCA-Welt – eine Welt dauerhafter und radikaler Veränderungen. Ihr mit dem NiBB Innovationspreis ausgezeichnetes Buch „Futability® - Veränderungen und Transformationen bewältigen und selbstbestimmt gestalten“ ist im Februar 2016 erschienen und kann online bestellt werden unter www.futability.com. Ihr zweites Buch „Raus aus dem Mikromanagement“ ist seit Februar 2017 unter www.mikro.management erhältlich. Melanie Vogel ist außerdem Initiatorin der women&work, Europas größtem Messe-Kongress für Frauen, der 2012 mit dem Innovationspreis „Land der Ideen“ in der Kategorie Wirtschaft ausgezeichnet wurde. www.melanie-vogel.com

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s