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10 Tipps für ein erfolgreiches Lebens- und Karrieredesign

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Karrieredesign(Von Melanie Vogel) Als ich vor fast 25 Jahren mein Abitur machte und nach einer einjährigen Ausbildung mein Studium begann, hegte ich große Hoffnungen in das Studium. Das humanistische Bildungsideal hatte ein romantisches Bild von Wissenserwerb in meinem Kopf gezeichnet, doch als ich dann an die Universitäten kam, sah die Realität anders aus.

Von Magdeburg über Braunschweig bis nach Hannover suchte ich Erkenntnisse, Klarheiten und scholastischen Diskurs. Doch diese Träume erfüllten sich nicht. Stattdessen gab es Frontalunterricht von meist gelangweilten Professoren. Dabei ist es nicht so, dass ich an der Uni nichts gelernt habe. Doch vieles empfand ich als wenig herausfordernd und regelrecht redundant – rückwirkend war es mehr als das: Es war realitätsfernes Wissen.

Damals war das Studium wenig verschult, man konnte seinen Stundenplan selbst gestalten und recht frei entscheiden, ob man in den Vorlesungen saß oder nicht. Ich entschied mich oft gegen die Vorlesungen und nutzte ich die Zeit zum Arbeiten. Ich war tätig als Messehostess auf allen großen Fachmessen in Hannover, für die EXPO 2000, als Marktforscherin, als Fahrgastzählerin bei den Braunschweiger Verkehrsbetrieben, als Hilfskraft bei der Post, als Sekretärin in einem Ingenieurbüro. Ich wollte so viel wie möglich lernen, ausprobieren, erfahren und in unterschiedliche Arbeitswelten eintauchen und sie erleben und erfühlen. Ich wollte wissen, wofür ich studierte – und ich wollte wissen, was ich in meinem Leben auf gar keinen Fall machen möchte.

Hier sind 10 Lehren, die ich aus dieser Zeit und aus fast 20 Jahren Selbständigkeit gezogen habe.

  1. Ohne Ziel und Vision geht es nicht: Bei allem, was ich tat, war mir eines immer klar: Meine berufliche Vision war, ein eigenes Unternehmen zu gründen. Das Unternehmertum habe ich von klein auf an mitbekommen. Mein Großvater hat nach dem Krieg einen Großwarenhandel für Büro- und Schreibwaren gegründet und mein Vater hat später dann eine Druckerei an diesen Betrieb angeschlossen. Als Kind wuchs ich auf zwischen Papier und Druckmaschinen – und ich habe es geliebt. Den Krach, den Geruch, die Hektik – und das Gefühl unmittelbar an Schaffensprozessen beteiligt zu sein, wenn mein Vater ein fertig gedrucktes Buch oder Werbeplakate für einen Kunden in der Hand hielt.
  2. Wissen ist das höchste Gut: Wissen und Sachkenntnisse sind auf fast jeden Beruf übertragbar und sie können uns nie genommen werden. Bis heute bin ich wissensdurstig geblieben. Ich lese, ich recherchiere, stelle Fragen, bilde mich weiter. Die Welt ist im Wandel. Nicht zu verstehen und nicht zu wissen, was gerade vor sich geht, empfinde ich als fahrlässig für mich, meine Karriere, unser Unternehmen und für die Menschen, mit denen wir arbeiten oder denen wir Dienstleistungen anbieten.
  3. Erfahrung gibt innere Sicherheit: Wissen und Erfahrung sind zwei Seiten einer Medaille. 2018 feiere ich 20 Jahre Unternehmertum. Ich bin dann 44 Jahre alt, zweifache Buchautorin, zweifache Innovationspreisträgerin – und zweifache Unternehmensinhaberin. Mein Erfahrungsrucksack ist heute groß. Das war natürlich nicht immer so. Die Anfangsfehler, die wir als Unternehmer gemacht haben, haben uns Geld gekostet, waren schmerzhaft und oft richtig bitter. Doch jeder Fehltritt, jede Situation des Scheiterns hat uns gezeigt, wie etwas nicht geht und wir haben gelernt, was wir beim nächsten Mal anders und besser machen müssen. Diese Erfahrung gibt innere Sicherheit.
  4. Verfolge den beruflichen Sinn, nicht den beruflichen Status: Ein beruflicher Status oder eine erfolgreiche Position zählen in unserer Leistungsgesellschaft immer noch viel. Doch sie bedeuten nicht alles. Ich wusste bei sehr vielen Semesterjobs, die ich ausführte, dass ich innerlich zutiefst unerfüllt, unausgelastet und unterfordert war. Ich bin heute glücklich und dankbar, dass ich intuitiv den Mut hatte, früh genug Reißleinen zu ziehen, um die begrenzte Lebenszeit, die uns allen nur zur Verfügung steht, nicht mit Tätigkeiten zu verbringen, die mich unglücklich machen. Jeder Entschluss gegen eine Tätigkeit war immer begleitet von dem Wunsch, die eigene Schaffenskraft sinnstiftender einzusetzen und handfestere Dinge zu tun, die das Leben der Menschen positiv beeinflussen und meinem Leben einen tieferen Sinn geben würden.
  5. Man kann alles lernen, wenn man will…
  6. …aber es ist die Leidenschaft für ein Thema oder eine Sache, die einen erfolgreich macht. Im Rahmen meiner Selbständigkeit und auch davor habe ich unzählige Tätigkeiten ausgeführt und bis heute fühle ich mich in vielen Tätigkeitsfeldern wohl. Aber es sind letztlich Themen, die mich faszinieren, antreiben und meine berufliche Leidenschaft immer wieder anfeuern. Und die heutige Welt ist dabei für mich wie ein modernes Schlaraffenland. Sie quillt über vor neuen Themen und Trends, die es zu erforschen gilt.
  7. Den richtigen Zeitpunkt gibt es nicht – also warte erst gar nicht darauf. Viele berufliche und private Gelegenheiten tauchen plötzlich auf. Die wichtigsten Lebens- und Unternehmensentscheidungen haben wir spontan getroffen, oft ohne zu wissen, ob sie erfolgreich sein werden oder nicht. Dieser Sprung ins Ungewisse ist oft nur möglich, wenn man mit einem Bein im Hier und Jetzt verhaftet bleibt. Denn dann erscheinen Entscheidungen weniger gewaltig und eher händelbar, als wenn man sie 20 Jahre in die Zukunft denkt. Ich bin heute davon überzeugt, dass nichts ohne Grund geschieht und sich neue Gelegenheiten nicht zeigen würden, wenn wir innerlich nicht auch bereit wären, sie genau in dem Moment beim Schopfe zu packen.
  8. Es ist nie zu spät, die Karriere zu ändern. Ich habe mein berufliches Ruder sehr früh in Richtung Unternehmertum ausgerichtet – und seit dem immer wieder Justierungen vorgenommen. Das, was ich heute beruflich mache, habe ich vor 10 Jahren nicht gemacht. Und wer weiß, ob ich es in 10 Jahren in dieser Form noch tun werde? Die Welt ist im Wandel und mit ihr der Arbeitsmarkt, die Berufe und die Branchen. Die Zeit war nie besser und die Chancen nie größer, sich beruflich und thematisch neu aufzustellen. Jeder Tag ist eine Gelegenheit, etwas Neues auszuprobieren, die eigene Kreativität neu zu entdecken und eine Karriere aufzubauen, auf die Sie stolz sein können. Verschieben Sie das nicht auf morgen!
  9. Netzwerke und Kooperationen sichern ab. Diese Erkenntnis haben wir erst sehr spät erlangt. Doch auch hier gilt: Es ist nie zu spät! Netzwerken fühlt sich oft wie eine Pflicht an – doch es ist wichtig, dass Sie sich beruflich mit Menschen umgeben, die Ihre Leidenschaft teilen, an Ihre Ziele, Träume und Ambitionen glauben und diese mit unterstützen.
  10. Erwarten Sie kein Verständnis, sondern bitten Sie um Akzeptanz. Wenn Sie einen vermeintlich sicheren Karriereweg verlassen und sich beruflich neu orientieren, sich vielleicht sogar selbständig machen, wird es immer Nein-Sager, Kritiker und Unkenrufe geben, die Ihre Entscheidung begleiten und kommentieren. Erwarten Sie kein Verständnis, sondern bitten Sie um Akzeptanz für Ihre Entscheidung. Es ist Ihr Leben, Ihre Lebens- und Arbeitszeit und Ihre Zufriedenheit, die in der Waagschale liegen.

 

„Lebensdesign“ als Schwerpunktthema auf der women&work

Weil das Thema „Lebensdesign“ so spannend und so aktuell ist, greifen wir es am 28. April 2018 auf der women&work in Frankfurt als Schwerpunktthema auf. Das Thema ist eine Fortführung des Schwerpunktthemas 2017 „Veränderung und Transformation“. Während wir 2017 einen generellen Blick auf Veränderungstrends, Digitalisierung und neue Arbeitswelten geworfen haben, wollen wir 2018 den Menschen in den Mittelpunkt rücken, der diese radikalen und bisweilen auch disruptiven Veränderungen bewältigen muss. Die Kernfrage für 2018 lautet daher: „Wie kann der Mensch in veränderungsreichen Zeiten zum erfolgreichen Architekten seines Lebens werden?“ Diskutiert wird diese Frage in über 50 Vorträgen und Karriere-Talks sowie in World-Cafés und Round-Table Gesprächen. Weitere Infos dazu auf unserer Webseite www.womenandwork.de

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Autor: Melanie Vogel - Futability®

Melanie Vogel, zweifache Innovationspreisträgerin, ist seit fast 20 Jahren passionierte Unternehmerin. Futability®, Innovation und Leadership sind ihre Kernthemen, die sie nicht nur als Dozentin an der Universität zu Köln unterrichtet, sondern auch in Vorträgen, Keynotes, Webinaren und Seminaren mit Unternehmern und Führungskräften teilt. Das von ihr entwickelte "Futability®-Konzept" ist ihre Antwort auf die VUCA-Welt – eine Welt dauerhafter und radikaler Veränderungen. Ihr mit dem NiBB Innovationspreis ausgezeichnetes Buch „Futability® - Veränderungen und Transformationen bewältigen und selbstbestimmt gestalten“ ist im Februar 2016 erschienen und kann online bestellt werden unter www.futability.com. Ihr zweites Buch „Raus aus dem Mikromanagement“ ist seit Februar 2017 unter www.mikro.management erhältlich. Melanie Vogel ist außerdem Initiatorin der women&work, Europas größtem Messe-Kongress für Frauen, der 2012 mit dem Innovationspreis „Land der Ideen“ in der Kategorie Wirtschaft ausgezeichnet wurde. www.melanie-vogel.com

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