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Visionäres Führen – Ein Ansatz für Frauen in führenden Positionen

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visionär führen

Heute muss sich Führung mit den Herausforderungen der stetigen Flexibilität und Agilität auseinandersetzen. Führung muss das „Unerwartete managen“ heißt es. Um den Herausforderungen stetiger Adaptivität zu begegnen, zeichnen sich in den letzten Jahren neue Organisations- und Führungsmodelle ab. Konzepte wie „New Work“ sowie „integrale Organisationsformen und Führungspraktiken“ nehmen an Fahrt auf.

Selbstorganisierte Teams, digitale Transformation und Sinnstiftung sind dabei nur einige der genutzten Schlagworte, die mit integralen Modellen und New Work-Konzepten in Verbindung gebracht werden und Organisationstrukturen sowie das Führungsverhalten von heute beeinflussen. So unterschiedlich diese neuen Konzepte in ihrer Vielfalt auch sein mögen, allen gemeinsam ist die Idee, neue Visionen gelingender Zusammenarbeit in den Unternehmen entstehen und wirken zu lassen, die einen adaptiven Umgang mit den aktuellen Herausforderungen ermöglichen.

Die Bedeutung von Visionen in unternehmerischen Veränderungsprozessen

Eine Vision kann definiert werden als „Zukunftsvorstellung“, die richtungsweisend wirkt und vor allem Neues fokussiert und beschreibt. Bei der Nutzung von Visionen als „richtungsweisende Zukunftsvorstellungen“ zeigen sich durchaus Unterschiede. Diese liegen u.a. in den unterschiedlichen Zeitpunkten der Nutzung, was in organisationalen Kontexten zu divergierende Prozesse führen kann. In vielen Organisationen wird die Bedeutung von Visionen erst dann relevant, wenn ein gewisser Schmerzpunkt erreicht ist. Der Veränderungsprozess folgt dann einer Weg-vonBewegung, mit dem Ziel, von der Ausgangslage Abstand zu gewinnen. Dieser Zeitpunkt gestaltet sich häufig weniger nützlich für das Unternehmen. Mit Eintritt des Schmerzpunktes fällt es Organisationen schwerer, positive Zukunftsbilder entstehen zu lassen.

Gerade in Organisationen, die Sinnstiftungsprozesse für ihre Mitarbeitenden erzeugen und von einem hohen Commitment getragen werden, ist die Nutzung von Zukunftsvorstellungen stark ausgeprägt. Der Einfluss von geteilten Visionen wirkt hier jedoch präventiv und verursacht einen Hin-zu-Impuls, der organisationale Veränderungs- und Anpassungsprozesse so nicht mehr auf der Grundlage eines Schmerzpunktes initiiert. Im Gegenteil: Veränderung wird hier als natürlicher Zustand stetiger Anpassung begriffen und von den gemeinsamen Vorstellungen zur Organisation und deren Zielen getragen.

Ein weiterer Unterscheidungsmoment bildet zudem der Prozess der Visionskonstruktion. In Unternehmen, die Selbstorganisation leben und Sinnstiftung ermöglichen, geht es nicht mehr darum, Visionen gelingender Zusammenarbeit von einzelnen Personen – wie Abteilungsleitungen, Teamleitungen oder anderen Führungspersonen – bestimmen zu lassen und an die Mitarbeitenden heranzutragen. Zukunftsvorstellungen und deren Bedeutung werden stattdessen durch gemeinsame Kommunikationsprozesse erschaffen und dadurch nicht mehr von einzelnen, sondern von vielen getragen.

Visionäres Führen als Bestandteil neuer Führungsmodelle

Führung, die eine Ermöglichung von Agilität und Adaptivität als ihre Aufgabe begreift, kommt nicht umhin zu fragen, wie die Erarbeitung gemeinsamer Zukunftsvorstellungen im eigenen Unternehmen gelingen kann. Dazu bedarf es der Auseinandersetzung mit individuellen Vorstellungen und inneren Bildern zum Unternehmen sowie auch der Öffnung gegenüber anderen – und möglicherweise auch divergierenden – Zukunftsvorstellungen der Mitarbeitenden. Weiter benötigt es aber auch das Wissen über alternative Team- und Organisationsstrukturen, die die Erschaffung und Erarbeitung gemeinsamer Visionen begünstigen.

Dies sind meiner Meinung nach große Herausforderungen an Führung, da Führung hiermit eine neue Rolle erhält und das traditionelle Führungsverständnis an vielen Stellen an Bedeutung verliert. Führung muss sich mit dialogischen Kommunikationsprozessen beschäftigen und den Raum für den Austausch auf Augenhöhe ermöglichen, wie auch den Raum für reflexive Prozesse. Der Einbezug aller Beteiligten gerät dabei in den Fokus, genauso wie die Betrachtung gemeinsamer Werte.

Die Relevanz neuer Führungsmodelle für Frauen in führenden Positionen

Interessanterweise stellen die beschriebenen Indikatoren neuer Führungsmodelle nicht selten Qualitäten weiblicher Führungskulturen dar. Die Ergebnisse unterschiedlicher Studien zeigen, dass weibliche Vorgesetzte eher partizipative Führungspraktiken bevorzugen, Teams und Mitarbeitende in Arbeits- und Entscheidungsprozesse daher verstärkt einbeziehen und kommunikativen Prozessen mehr Raum geben. Eine XING-Studie zur Führungskultur aus dem Jahr 2016, bei der 1.800 Mitarbeitende zu ihren Vorgesetzten befragt wurden, kam zu dem Ergebnis, dass weibliche Vorgesetzte in puncto Wertschätzung und kollegialem Auftreten auf Augenhöhe besser abschneiden als ihre männlichen Kollegen. Schon die McKinsey-Studie „Women Matter“ aus dem Jahr 2007 zeigte auf, dass weibliche Führungskräfte werteorientierte Führungspraktiken an den Tag legen und durch partizipatives Handeln, Motivation bei den Mitarbeitenden und schlussendlich auch Innovation erzeugen.

Kritisch zu sehen ist hierbei jedoch, dass sich diese Stärken erst bei zwei bis drei Führungsfrauen in einem Unternehmen entfalten können. Andernfalls kommt es eher zu Anspassungsbestrebungen bei den Führungsfrauen an die bestehende Führungskultur.

Meine ganz eigene Vision …

Vor dem Hintergrund neuer Anforderungen an Führung wünsche ich Frauen in führenden Positionen vor allem, partizipative Führungspraktiken, die Gestaltung eines wertschätzenden Umgangs auf Augenhöhe, die Stärkung kommunikativer Prozesse sowie die Fokussierung von Werten als Führungsstärken anzuerkennen. In Seminaren und Coaching-Sitzungen erlebe ich noch immer, dass diese Qualitäten nicht als solche erkannt werden, sondern in erster Linie eine Anpassung an dominante Führungsmodelle angestrebt wird. Im Gegensatz zur Anpassung kann die Auseinandersetzung mit Visionen gelingender Zusammenarbeit sehr befreiend wirken. Denn wenn wir uns die Frage stellen, wie wir zusammenarbeiten wollen und nicht, wie wir denken zusammenarbeiten zu müssen, entwickeln wir neue Möglichkeitsräume und schaffen die Grundlage, um „das Neue“ einzuladen, das eine Antwort auf die Herausforderungen unserer Zeit bieten kann.

Vertiefende Informationen dazu erhalten Sie im kostenfreien Webinar „Führen mit Visionen – mit inneren Bildern Agilität erzeugen“ am 25. April um 18:00 Uhr. 

Christine Neumann I VISION SESSION

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Autor: Melanie Vogel - Futability®

Melanie Vogel, zweifache Innovationspreisträgerin, ist seit fast 20 Jahren passionierte Unternehmerin. Futability®, Innovation und Leadership sind ihre Kernthemen, die sie nicht nur als Dozentin an der Universität zu Köln unterrichtet, sondern auch in Vorträgen, Keynotes, Webinaren und Seminaren mit Unternehmern und Führungskräften teilt. Das von ihr entwickelte "Futability®-Konzept" ist ihre Antwort auf die VUCA-Welt – eine Welt dauerhafter und radikaler Veränderungen. Ihr mit dem NiBB Innovationspreis ausgezeichnetes Buch „Futability® - Veränderungen und Transformationen bewältigen und selbstbestimmt gestalten“ ist im Februar 2016 erschienen und kann online bestellt werden unter www.futability.com. Ihr zweites Buch „Raus aus dem Mikromanagement“ ist seit Februar 2017 unter www.mikro.management erhältlich. Melanie Vogel ist außerdem Initiatorin der women&work, Europas größtem Messe-Kongress für Frauen, der 2012 mit dem Innovationspreis „Land der Ideen“ in der Kategorie Wirtschaft ausgezeichnet wurde. www.melanie-vogel.com

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