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Europas größter Karriere-Event für Frauen

3 Tipps, woran Frauen ein frauenfreundliches Unternehmen erkennen können

Frauenfreundliche UnternehmenViele Unternehmen wollen aufrichtig mehr Frauen einstellen und sie in Führungspositionen bringen. Die women&work stellt jedes Jahr über 100 von ihnen vor. Doch woran können Frauen außerhalb der women&work frauenfreundliche Unternehmen erkennen? Melanie Vogel, Initiatorin von Europas größtem Messe-Kongress gibt 3 Tipps.

Wenn Sie in Unternehmen arbeiten wollen, die es ernst meinen mit der Förderung von Frauen, gibt es einige Hinweise, nach denen Sie während der Bewerbungsphase suchen können. Unabhängig der im Artikel genannten Tipps spielen natürlich auch Aspekte wie Work-Life-Balance, faire und gute Bezahlung sowie flexible Karrierewege eine große Rolle. Mehr zu unserem „7-Punkte-Schnellcheck“ können Sie hier lesen. In diesem Artikel geht es primär um die „Kandidatinnen-Reise“, die Sie vornehmen, sobald Sie auf Jobsuche gehen.

1. Die Stellenanzeige

Das erste Element, das zu berücksichtigen ist, ist die Stellenausschreibung selbst. Die Stellenanforderung sollte kulturelle Attribute hervorheben, die Rückschlüsse auf das Betriebsklima schließen lassen. Achten Sie bewusst auf Sprache und Wortwahl. Werden Wörter benutzt wie „kooperativ“, „gemeinschaftlich“, „kommunikativ“ oder „familiär“? Achten Sie zusätzlich auf die Bildsprache. Werden Bilder vom Unternehmen gezeigt? Arbeitet das Unternehmen mit „echten“ Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern oder nutzt es Werbefotos? Und, ganz wichtig: Sind auf den Bildern Männer und Frauen in gleicher Anzahl zu sehen, die miteinander auf Augenhöhe arbeiten? Achten Sie ebenfalls auf Unternehmensvorteile, die in der Stellenanzeige genannt werden, wie z.B. Kinderbetreuung vor Ort, umfangreiche Elternzeit oder andere familienfreundliche Attribute. In diesem Fall können Sie Rückschlüsse darauf ziehen, dass  auf die Vereinbarkeit von Beruf und Familie Wert gelegt wird. Auch wenn Sie keine Kinder haben oder haben wollen – Sie werden von einer familienfreundlichen Unternehmenskultur profitieren, weil diese Kulturen im Regelfall geprägt sind von flexiblen Arbeitszeiten.

2. Das Vorstellungsgespräch

Im Vorstellungsgespräch haben Sie nicht nur die Gelegenheit, einen persönlichen Eindruck von sich selbst zu hinterlassen, sondern gleichzeitig auch einen persönlichen Eindruck vom Unternehmen zu bekommen. Bei aller Aufregung, die Sie dabei vermutlich verspüren, sollten Sie auf folgende Aspekte achten:

  • Wie geht man am Empfang mit Ihnen um? Begrüßt man Sie freundlich und zuvorkommend? Haben Sie das Gefühl, als Gast willkommen zu sein? Ein wertschätzender Empfang ist ein sicheres Zeichen für eine insgesamt wertschätzende Unternehmenskultur.
  • Vom Empfang zum Büro oder Konferenzraum können Sie weitere Indizien sammeln. Denken Sie vor allem daran, wenn Sie die Stelle annehmen, wird dies Ihr tägliches Arbeitsumfeld sein, also nehmen Sie sich die Zeit, um die Umgebung zu erkunden. Was sagt Ihnen Ihr Bauchgefühl? Wie reagieren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Ihnen auf dem Weg zum Besprechungszimmer entgegen kommen? Werden Sie freundlich gegrüßt oder ignoriert? Wie ist die Interaktion der Person, die Sie beim Empfang abgeholt hat, mit dem Empfangspersonal und den Kolleginnen und Kollegen, denen Sie auf den Fluren, im Fahrstuhl oder in den Büros begegnen?
  • Suchen Sie die Toiletten auf. Auch sie sind ein guter Hinweis auf die Wertschätzung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Sind die Toiletten sauber? Sind sie mit Hygieneartikeln ausgestattet? Gibt es neben den Herren- und Damentoiletten auch eine Transgender-Toilette? Finden Sie in den Toiletten Wickeltische?
  • Wie sehen die Büros aus? Können die Mitarbeitenden ihren Arbeitsplatz individuell gestalten? Finden Sie persönliche Bilder an den Wänden? Gibt es so was wie „MitarbeiterIn des Monats“ – oder werden Team- oder Einzelerfolge durch Urkunden sichtbar gemacht? Vorsicht, wenn Sie Plakate halbnackter Frauen in Fluren, Spinden oder an Arbeitsplätzen entdecken sollten. Plakate oder Bilder dieser Art gelten als sexistisch und sollten am Arbeitsplatz verboten sein. Sind sie dennoch anzufinden, wissen Sie, dass solche Verbote in diesem Unternehmen wenig gelten und nicht geahndet werden.
  • Achten Sie auf den Sicherheitsaspekt außerhalb des Büro- oder Firmengebäudes. Sind die Außenräume, Unternehmensparkplätze und der Weg zur Straße gut beleuchtet, so dass Sie auch im Winter bei früh einsetzender Dunkelheit ein sicheres Gefühl haben? Während Sicherheit grundsätzlich für alle wichtig ist, sind Frauen oft sensibler bei dem Thema. Das gleiche gilt auch bei Geschäftsreisen.

3. Zählen Sie die Frauen

Eines der Dinge, nach denen Sie suchen sollten, ist die Anzahl der Frauen, die das Unternehmen beschäftigt, insbesondere in technischen Positionen und im Management. Je mehr Frauen im Management vorhanden sind, umso mehr können Sie sich darauf verlassen, dass Frauenkarrieren gefördert und nicht durch unsichtbare Karrierehemmnisse behindert werden.

Versuchen Sie auch herauszufinden, ob und wie oft das Unternehmen Frauen zu technischen Konferenzen schickt. Wie oft schreiben Frauen aus dem Unternehmen in Fachzeitschriften oder im Firmenblog? Wird die Expertise von den weiblichen Mitarbeitern des Unternehmens offen wertgeschätzt? Eine Ressource hierfür ist die Pressemitteilungsseite des Unternehmens.

Beobachten Sie außerdem die Unternehmensdynamik zwischen Männern und Frauen im Unternehmen. Achten Sie insbesondere auf die institutionelle Ablehnung sexistischer Äußerungen und das allgemeine Bewusstsein für Geschlechterfragen.

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Autor: Melanie Vogel - Futability®

Melanie Vogel, zweifache Innovationspreisträgerin, ist seit fast 20 Jahren passionierte Unternehmerin. Futability®, Innovation und Leadership sind ihre Kernthemen, die sie nicht nur als Dozentin an der Universität zu Köln unterrichtet, sondern auch in Vorträgen, Keynotes, Webinaren und Seminaren mit Unternehmern und Führungskräften teilt. Das von ihr entwickelte "Futability®-Konzept" ist ihre Antwort auf die VUCA-Welt – eine Welt dauerhafter und radikaler Veränderungen. Ihr mit dem NiBB Innovationspreis ausgezeichnetes Buch „Futability® - Veränderungen und Transformationen bewältigen und selbstbestimmt gestalten“ ist im Februar 2016 erschienen und kann online bestellt werden unter www.futability.com. Ihr zweites Buch „Raus aus dem Mikromanagement“ ist seit Februar 2017 unter www.mikro.management erhältlich. Melanie Vogel ist außerdem Initiatorin der women&work, Europas größtem Messe-Kongress für Frauen, der 2012 mit dem Innovationspreis „Land der Ideen“ in der Kategorie Wirtschaft ausgezeichnet wurde. www.melanie-vogel.com

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