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Weiblichkeit 4.0 – Wunder

wunder(Von Hannah Knies) Dieses Jahr beginnt mit einem Knall. Einem Urknall, um genau zu sein. Dieses Jahr beginnt mit einem Paradigmenwechsel. Einem, der sich langsam und unaufhaltsam seinen Weg bahnt. Die Vorboten hat es schon 2018 gegeben, aber jetzt im Jahr 2019 wird sich eine Basis dieses Wandels etablieren und verbreitern, die weder wegzudenken noch zu -diskutieren ist und die Welt aus den Angeln heben wird.

Liebe Leserinnen und Leser, willkommen im Jahr 2019! Wenn Sie diese Kolumne schon eine Weile verfolgen, wird Sie das Pathos in der Einleitung dieses Artikels vielleicht überraschen und ich muss sagen, ich habe auch eine Weile damit gerungen, den ersten Absatz genau so stehen zu lassen, doch irgendwann ist mir klar geworden, dass es hier nichts weichzuspülen gibt. Wir befinden uns in einem tiefgreifenden globalen Wandel, der nicht nur politische und wirtschaftliche Systeme, sondern auch grundlegende Formen des Zusammenlebens berührt. Was wir gerade erleben, ist eine Erschütterung der Grundfesten unserer Gesellschaft. Das ist aufregend, es ist eine Herausforderung, es klingt riesig und unglaublich massiv – und es ist im Grunde auch schwer, diesen Vorgang in Worte zu fassen.

Was wir gerade sehen und in den Anfängen auch schon erleben, ist geradezu phänomenal: Wir erleben einen grundlegenden Paradigmenwechsel von Angst zu Liebe. Das hört sich vielleicht zu hochfliegend an, um es wirklich greifen zu können, aber denken Sie einen Moment darüber nach: Wie viele der Entscheidungen in Ihrem Leben haben Sie wirklich in einem Zustand vollsten Vertrauens und voller Inspiration getroffen und sind Ihrem Herzen gefolgt? Und wie viel öfter haben Sie sich eingeschränkt, weil Sie Angst hatten, etwas zu verlieren, oder einen geliebten Menschen zu enttäuschen? Oder Sie hatten so große Angst vor dem, was in der Zukunft passieren könnte, dass Sie es nicht wagten, das zu tun, was Sie wirklich wollten und stattdessen das taten, was Sie für „vernünftig“ hielten? Das war eine auf Angst basierende Entscheidungsfindung. Und wenn Ihnen eines der von mir genannten Beispiele bekannt vorkommt, kann ich Sie gerne beruhigen, denn Sie sind nicht allein. Die Wahrheit ist: Wir alle sind auf diese Weise konditioniert worden. Wir sind alle mit dem Verständnis aufgewachsen und haben als Wahrheit angenommen, dass wir vorsichtig sein müssen. Dass wir auf Nummer sicher gehen müssen. Dass wir den Erwartungen anderer Menschen gerecht werden müssen. Wir haben gelernt, dass die Ressourcen begrenzt sind, dass es ein paar Glückliche gibt, die alles haben, und der Rest von uns hart arbeiten und um seinen Lebensunterhalt kämpfen muss. Mir wurde zum Beispiel als ich nach  bestandener Abiturprüfung die Schule verließ, als allererstes eine Liste mit den Berufen ausgehändigt, die ich lieber nicht erlerne, weil es schwierig war, Jobs in diesem Bereich zu finden. Angstbasierte Konditionierung.

Lassen Sie mich das klarstellen: Ich spreche hier über eine Massenkonditionierung über viele Generationen hinweg. Die Angst ist seit Jahrhunderten das Kernelement des Lebens der Menschen auf diesem Planeten. Angst hat unsere politischen Systeme geprägt, unsere gesellschaftlichen Strukturen geformt, unser Miteinander durchdrungen. So entstand ein System basierend auf wenigen Machtvollen und vielen Machtlosen, das geprägt war von Verteilungs- und Chancenungleichheit. So stabil, wie dieses System war, ist es nun ins Wanken geraten. Die Paradigmen unseres Zusammenlebens und auch der individuellen Lebensgestaltung beginnen sich zu verändern. Und diese grundlegende „Umpolung“ von Angst zu Liebe bringt gewaltige Eruptionen in vielerlei Hinsicht mit sich. Das Bewusstsein vieler Menschen verschiebt sich. Mehr Mitspracherecht wird eingefordert. Die Entscheidungen der alten Eliten werden hinterfragt. Verborgene Seilschaften werden ans Tageslicht geholt und angeprangert. Immer mehr Menschen hinterfragen den Sinn ihres Daseins im Hinblick darauf, wie viel Erfüllung ihr Leben ihnen bereitet. Neue Formen des Zusammenlebens und der gesellschaftlichen Daseinsfürsorge werden erprobt. All dies wird jetzt, wo wir mitten im Paradigmenwechsel stecken, noch viel stärker in den Fokus geraten. Es wird uns als Gesellschaft und jedes Individuum vor völlig neue Herausforderungen stellen, die bewältigt werden wollen.

Denn auch wenn sich ein Wandel von einer angstbasierten Menschheit zu einer, die auf Liebe und wahres Mitgefühl ausgerichtet ist, grundsätzlich großartig anhört, so vollzieht er sich nicht von allein. Und die Wahrheit ist: Um von Angst zu Liebe zu wechseln, müssen wir die Mehrheit der grundlegenden Überzeugungen auf den Prüfstand stellen, auf die wir uns über viele Generationen als Gesellschaft verständigt hatten. Wenn Sie die Überschrift dieses Artikels noch im Hinterkopf haben, fragen Sie sich möglicherweise gerade: Was bitte hat das jetzt mit Wundern zu tun? Keine Sorge, wir sind gleich da.

Bei allen Prägungen und Konditionierungen, die so in unseren gemeinschaftlichen und individuellen Systemen (noch) verankert sind, ist es eine Herausforderung, „mal eben so“ von Angst zu Liebe zu wechseln. Irgendwie müssen wir an den Punkt gelangen zu verstehen, dass alles jederzeit für jeden möglich ist. Klingt nach Wolkenkuckucksheim? Aber letztlich geht es genau darum bei einem stabilen Fokus auf Liebe: Fülle. Freude. Kreativität. Mehr als genug für alle. Faktisch ist es schon jetzt so, dass es auf diesem Planeten mehr als genug gibt, um alle Menschen zu versorgen, zu ernähren und zu kleiden. Stellen Sie sich mal vor, dies wäre auf der Erde jetzt schon Realität, alle hätten genug zu essen und wären versorgt – gelingt Ihnen das? Schwer zu fassen, oder? Es scheint so weit weg. Letztlich braucht es aber unser individuelles „Einnorden“ auf diese Realität. Damit sie sich schneller etabliert. Und: Damit wir den Wandel sozusagen leichtfüßiger mitgehen können. Mit offenem Verstand und leichtem Herzen.

Bei dieser inneren Neuausrichtung hilft eine spielerische Herangehensweise. Und genau da kommen Wunder ins Spiel. Nun denken Sie vielleicht: Wunder geschehen nur in Märchen, es ist verrückt, Wunder als Bestandteil der Realität anzuerkennen. Und genau das würde Angst sagen. Die Liebe sagt: Das Leben ist ein Wunder. Sie sind ein Wunder. Jeder neue Morgen, der heraufzieht, ist ein Wunder. Eine Schneeflocke ist ein Wunder. Der Anruf eines geliebten Menschen, mit dem Sie seit Jahren nicht mehr gesprochen haben, ist ein Wunder. Im Grunde ist es also nicht Ihre Außenwelt, die sich verändert. Es ist Ihre Perspektive, Ihr Fokus, der sich jetzt auf einer tiefen Ebene verändern kann. Vom Mangel zum Überfluss. Von begrenzten Optionen hin zu inspirierten Kreationen. Von Zweifel zu Ehrfurcht und Staunen. Von der Angst zur Liebe. Und wenn Sie das Gedankenspiel mitmachen möchten: Nehmen Sie sich mal eine Problemstellung vor, die Sie gerade umtreibt, die Sie stresst, an der Sie schon eine Weile innerlich arbeiten und noch zu keiner guten Lösung gekommen sind. Und jetzt tun Sie mal so, als wäre alles möglich. Alles. Wirklich alles. Gehen Sie spielerisch ran. Welche Lösungen fallen Ihnen zu diesem Problem ein, wenn alles möglich ist? Schreiben Sie alles, was Ihnen einfällt, auf ein Blatt Papier und dann schauen Sie mal, was sich da alles gezeigt hat. Wie viel inspirierter sind diese Lösungsansätze? Wie viel mehr frischer Wind steckt da drin?

Sie können auch gerne damit anfangen, Ihren Alltag nach Wundern zu scannen, einfach mal zu schauen, was Ihnen so tagtäglich an Wundern passiert. Die Fahrstuhltür, die Ihnen aufgehalten wird, damit Sie noch mitfahren können. Der nette Kellner im Restaurant, der Ihre Jacke wieder aufhebt, die vom Stuhl gefallen war. Der einzige Parkplatz direkt vor der Tür, den Sie eine Minute vor der Besprechung ergattern. Auch hier: Gehen Sie spielerisch ran. Seien Sie offen für all die kleinen und großen Wunder, die sich in Ihrem Leben zeigen. Dieser Wunder-Fokus hat zwei Effekte: Zum einen fühlen Sie sich besser, zum anderen werden Sie automatisch auch zugewandter anderen gegenüber. Wer Wunder erlebt, teilt sie auch. Und das ist Liebe.

Nun mögen Sie einwenden, dass es bei den großen gewichtigen Problemstellungen, denen wir uns gegenübersehen, Wichtigeres gibt, als auf Wundersuche zu gehen. Dass es nicht ernsthaft genug ist. Und genau das würde die Angst sagen. Die Frage ist: Hat denn alle Ernsthaftigkeit, haben alle Bedenken, hat alles Naserümpfen bis jetzt den großen Unterschied bewirkt? Ich meine, wir haben uns lange genug der Möglichkeit beraubt, inspiriert und liebevoll unser Leben und Zusammenleben zu gestalten. Und ich meine auch, dass komplexe Probleme nicht per se komplexer, schwer zu erfassender Lösungen bedürfen. Sich für Wunder zu öffnen ist aus meiner Erfahrung ein simpler, ja, aber auch immens kraftvoller Hebel zur Lösung angstbasierter Herausforderungen. Letztlich ist es doch so, dass wir die Gesellschaft sind. Wir sind es, die die althergebrachten Strukturen füttern oder in Frage stellen, sie mittragen oder beginnen, sie zu verändern. Durch unser Sein und Tun. Der Fokus auf Wunder und damit der Paradigmenwechsel von Angst zu Liebe hilft nicht nur Ihnen, sondern uns allen. Davon bin ich fest überzeugt.

Fakt ist: Das passiert nicht über Nacht. Dies ist eine massive Verschiebung, eine völlig neue Art zu denken, wahrzunehmen und Ihr Leben und Ihre Wirklichkeit zu erschaffen. Und das braucht Zeit. Zeit und Übung. Den Willen, immer wieder die inneren Schräubchen zu drehen, die den Fokus in der Liebe halten statt in der Angst. Sind Sie bereit, sich für Wunder zu öffnen? Ich bin auf Ihre Meinung gespannt, schreiben Sie mir gerne. Ich wünsche Ihnen einen guten und fulminanten Start in dieses mit Sicherheit spannende Jahr.

Hannah Knies schreibt monatlich für die Kolumne „Weiblichkeit 4.0“ im women&work-NewsLetter und wird auch am 4. Mai 2019 erneut auf der women&work in Frankfurt für Fragen und Kurz-Coachings zur Verfügung stehen. Wer so lange nicht warten will, kann ihre Webseite besuchen: www.divinesparkleinside.com

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Autor: Melanie Vogel - Futability®

Melanie Vogel, dreifache Innovationspreisträgerin, ist seit 1998 passionierte Unternehmerin. Futability®, Innovation und Leadership sind ihre Kernthemen, die sie nicht nur als Dozentin an der Universität zu Köln unterrichtet, sondern auch in Vorträgen, Keynotes, Webinaren und Seminaren mit Unternehmern und Führungskräften teilt. Das von ihr entwickelte und preisgekrönte "Futability®-Konzept" ist ihre Antwort auf die VUCA-Welt – eine Welt dauerhafter und radikaler Veränderungen. Melanie Vogel ist außerdem Initiatorin der women&work, Europas Leitmesse für Frauen, der 2012 mit dem Innovationspreis „Land der Ideen“ in der Kategorie Wirtschaft ausgezeichnet wurde. www.melanie-vogel.com

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